Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168040
430 
Buch 
Nordßn. 
Jahrhundert. 
D eutschland. 
tigern Verhältnisse zu derjenigen Art von geistigem Inhalt, 
welche dieser Zeit gemäss war. _Die sittlichen und gemüth- 
liehen Bezüge sind" reiner und klarer ausgesprochen; -im 
Ausdruck liegt bisweilen eine Schönheit und Tntensivität, 
welche den Nachfolgern der van Eyck's nur im seltensten 
Falle eigen ist; für die Anordnung im Raume, eine der aller- 
schwächsten Seiten der fiand-rischen Kunst, zeigt sich hie 
und da ein tüchtiges Verständniss; dramatische Bezüge wer- 
den häuiiger und bilden in einzelnen Gemälden -ein reich- 
bewegtes Ganzes. Dagegen Ibleibt die Darstellung des or- 
ganisch lebendigen Körpers und seiner Bewegungen noch 
sehr zurück, vor der Hand selbst hinter der flandrischen 
Schule; auch behält die Färbung bei einem meist zarten und 
lichten Ton noch immer etwas von dem Charakter einer 
blossen Illuminirung. 
Wir wenden uns zunächst nach Schwaben und dem 
Oberrhein, WO sich in mehrern blühenden Städten ein 
günstiger Boden für die Malerei schon früher gefunden 
hatte  
Als unmittelbarer Schüler der Flandrer, höchst wahr- 
scheinlich des Rogier von Brügge (von dem er bekannte 
Werke auffallend nachahmt), und demnach als einer der 
wichtigem Vermittler niederländischer und oberdeutscher 
Kunst ist vor allem Friedrich Herlen aus Nördlingen zu 
nennen", welcher seit 1455 in Ulm, Nördlingen und Rothen- 
burg arbeitete und im Jahre 1467 als „ein_ Meister, der mit 
niederländischer Arbeit umzugehen wisse" die Stelleieines 
Stadtmalers in seinem Geburtsort erhielt, wo er 1491 starb. 
Seine Bedeutung liegt nicht in einer originellen Eigenthüm- 
1') Für das Folgende vergl. Fiorillo, Gesch. der zeiehn. Künste 
in Dtschli, a. m. O.  Hirt, Kllllstbemerkungen etc. a. m. O.  
Waagen, Kunstw. und Küpstler in Dtsehld. a. m. O.  Griinei- 
sen, Sendschreiben etc. a. m. O.  Grüneisen und Manch, Ulm's 
Kunstleben im Mittelalter a. m. O.  Mehrere grössere Beiträge im 
Kunstblatt: Ueber Martin Schön, 1840, N0. 76-79 (von v. Quandth 
1841, N0. 7-14, (von   . rt): über sämmtliche oberdeutsche Schulen, 
18-16, N0. 41-48 (von Passavant) u. a. m.
        

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