Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168032
Oberdeutschc 
Schule. 
Friedr. 
Herlen. 
429 
Wobei sich jedoch auch eine Aehnlichkeit mit der fränkischen 
Schule nicht verkennen lässt. Es ist diess Johann Raphon 
von Eimbeck, von welchem sich ein Gemälde mit dem Datum ,4_ 
1508 im Chor des Domes von Halberstadt befindet. Auf 
dem etwas übervollen Mittelbilde sieht man die Kreuzigung 
Christi, auf den Flügeln innen die Verkündigung, die An- 
betung der Könige, die Anbetung der Hirten und die Dar- 
stellung im Tempel, aussen Heilige. Die Köpfe sind in 
Bezug auf Kraft und Individualität ausgezeichnet, minder in 
Bezug auf inneres Leben, wie sich solches im momentanen 
Ausdrucke zeigt. Eine andere- Kreuzigung Christiif), schon l5_ 
vom Jahre 1506, findet sich im Erdgeschoss der Bibliothek 
zu Göttingen; ausserdem zWei Tafeln bei Hrn. Hausrnann 
in Hannover H).  16; 
ä. 229. Eine selbständigere Richtung bewahrten die ver- 
schiedenen oberdeutschen Schulen dieser Zeit, in welchen 
der Einfluss der flandrischen Malerei auf die realistische 
Kunstweise mehr nur als allgemeine Anregung, denn als bin- 
dendes Vorbild zu fassen ist. Wenn es nicht wohl zu 
läugnen steht, dass die Flandrer über der unerhörten Pracht 
und Zierlichkeit der Ausführung oft genug  und Selbst 
Rogier von Brügge nicht ausgenommen  für das höchste 
Ziel aller Kunst kein Interesse mehr übrig behalten, so haben 
die Oberdeutschen hier in einzelnen Fällen unverkennbar 
den Vorrang. Auf die Einzelheiten der Erscheinung, auf 
leuchtenden Schmuck, schimmernde Reflexe, miniaturartige 
Vollendung aller Nebendinge gehen sie Wenig aus, auf land- 
schaftliche und architektonische Prospecte noch weniger, aber 
gerade ihre schlichtere Form steht in einem ungleich rich- 
ü) S0 viel ich mich erinnere, fast ganz dasselbe Bild wie das vor- 
hergehende.  
ie") Von den wahrscheinlich dem XV. Jahr-h. angehörenden Male- 
reien des grossen Saales im Rathhaus zu Goslar können wir für jetzt 
bloss die Gegenstände angeben. An der Decke: vier Scenen aus der 
Jllgendgeschichte Christi. ringsum 12 Propheten, in den Ecken die 
Evangelisten. An den Wänden: in fast lebensgrossen Figuren abwech- 
selnd ein König und eine weibl. Figur mit Spruchband, ausserdem 
eine Madonna mit Donator. 
        

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