Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164127
38 
Buch III. 
Italien. 
XV. Jahrhundert. 
Florenz. 
dellirung, auf scharfe Wirklichkeit gerichtet. Auf 
nardo sowie auf andre Schüler des Andrea Werde 
zurückkommen. 
den Leo- 
ich später 
1. ä. 138. Ihre schönste Vollendung feiert diese Richtung 
in einem anderen toskanischen Meister, dessen Blüthe um den 
Schluss des XV. Jahrhunderts fällt, im Luca Signorelli 
von Cortona (1439-1521). Er war der Schüler des Piero 
della Francesca aus Borgo San Sepolcro, eines Künst- 
lers, der um die Mitte des XV. Jahrhunderts besonders am 
Hofe von Ürbino thätig war und in seinen Werken sowohl 
mit der paduanischen und umbrisehen, als mit der floren- 
tinischen Malerei verwandt erscheint, ohne dass er irgend 
2. einer Schule besonders zuzuweisen wäre. (Laut Vasari erwei- 
terte er hauptsächlich das Studium der Perspective; ein ein- 
fach schönes Frescobild von seiner Hand (1451) sieht man in 
S. Francesco zu Rimini, andere Wandgemälde in S. Fran- 
cesco zu Arezzo (die Aufündung des Kreuzes), und in seinem 
Geburtsort.) Seine und seiner toscanischen Zeitgenossen ver- 
schiedene Bestrebungen auf dem Gebiete naturwahrer Dar- 
stellung fasste nun Luca Signorelli in höherem Sinne zusam- 
3. men. Schon unter den verschiedenen Künstlern, welche in 
der sixtinischen Kapelle zu Rom gemalt hatten, war er als 
einer der vorzüglichsten aufgetreten. Hier hatte er die Reise 
des Moses mit der Ziporah und die letzten Begebenheiten 
aus dem Leben des Moses gemalt, beides eigenthümlich 
grandiose Bilder, in deren Gestalten etwas Bedeutendes und 
Edles liegt und die sich durch schöne Behandlung der Ge- 
4. wänder auszeichnen.  Seine Eigenthümlichkeit entwickelte 
er am Schönsten in den grossen Wandgemälden, Womit er 
und seine Schüler seit 1499 die Kapelle della Madonna di 
San Brizio am Dom von Orvietol") ausschmückten. Dieser 
ganze Raum ist der bildlichen Darstellung der letzten Dinge 
gewidmet; schon hatte an der Hinterwand und an der gewölb- 
ten Decke Fiesole den WVeltrichter in seiner Herrlichkeit und 
a) 
Roman, 
Umrisse 
1791. 
bei 
Della 
Valle 
Storia 
del 
Duomo 
d'Orv2'eto.
        

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