Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1167863
412 
Buch IV. 
Norden. 
XV. Jahrhundert. 
Frankreich. 
2- Sakristei von S. M. della Minerva aufgestellt" k).  Für alt- 
französisch galt sonst ein Gemälde im Museum von Antwerpen, 
Maria mit dem Kinde auf dem Thron, von rothen Cherubim 
umgeben, Halbiigur von halber Lebensgrösse auf blauem 
Grunde: Gesichtsbildung und Ausdruck sind, wenn nicht 
flandrisch, doch wenigstens ganz realistisch. (Dass das Bild 
die Agnes Sorel vorstelle, ist unverbürgt, dass es von Scho- 
3. reel sei, erweislich falsch).  Von dem Hofmaler Lud- 
wigs XI., Jean Fouquet von Tours, besitzt Hr. G. Bren- 
tano zu F rankfut a. M. das Bildniss des Schatzmeisters Che- 
vallier, begleitet von seinem Schutzpatron (Theil eines Altar- 
bildes).  Mehrfach kommen Bildchen flandrischen Styles 
mit französischen Beischriften vor, welche man geneigt ist, 
einer burgundischen Zweigschule beizulegen, obschon sie 
auch nur von flandrischen Malern für Frankreich gemalt sein 
könnten. Bekanntlich war ein Theil von Flandern französisch 
und selbst am Hofe Philipps des Guten herrschte diese Sprache 
durchaus vor. 
Einen ungleich wichtigern Beleg für die damalige fran- 
zösische Kunst geben die Miniaturen der Handschriften, eine 
Gattung, welche hier schon zu Ende des XIV. Jahrhunderts 
unter niederländischem Einfluss zu hoher Blüthe gelangt, in 
der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts aber, wahrscheinlich 
unter dem Einfluss der tiefen Zerrüttung des Landes, wiederum 
gesunken war. Mit der Herstellung eines geordneten Zu- 
standes, seit der Mitte des Jahrhunderts, beginnt nun eine 
neue Glanzepoche H).  Zunächst lassen sich eine Anzahl 
von Miniaturhandschriften ausscheiden, welche einen direkten 
niederländischen Einfluss ofFenbaren. Im Vergleich mit den 
oben angeführten echt ilandrischen Meisterwerken sind die 
Köpfe hier allerdings einförmig leer und manierirt, bisweilen 
w) WQYtB des Antonio Filaret-e, welcher den Künstler in Rom 
gekannt zu haben scheint, bei Gaye, eartegg. I. S. 205. Merkwürdig 
ist das Zusammentrefen mit der Anordnung von Rafaels Bildniss 
Leo's X. 
Paris, 
am) Waagen, 
369 u.
        

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