Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1167720
398 
Buch 
Norden. 
XV. Jahrhundert. 
F1 andrer. 
5- 22g 
ligen Ursula ist eine Reihenfolge kleiner Gemälde, welche 
sich in der Gemäldesalnmlung des Königs von Holland im 
Haag befanden Sie enthalten auf zwei länglichen Tafeln 
zehn Darstellungen aus dem Leben des heil. Bertin und dien- 
ten einst zur Bedeckung des prachtvollen Reliquienkastens 
dieses Heiligen, der in der Abteikirche St. Martin zu St. Omer 
aufbewahrt wurde. Die liebliche Scene der Geburt des Hei- 
ligen, seine Einkleidung als Mönch. die mannichfachen Zu- 
sammenkünfte frommer Männer sind mit lebendigstem Gefühle 
vorgeführt, und wie in den Bildern der heil. Ursula mehr 
die heilige Begeisterung eines bewegten Lebens hervortritt, 
so erblickt man hier mehr das ruhige Walten eines Auser- 
ilwählten Gottes.  Höchst merkwürdig ist endlich noch ein 
ähnliches Gemälde von länglichem Format, in der Pinakothek 
zu München. Es stellt die Hauptbegebenheiten aus dem 
Leben Christi und der Maria dar (und zwar nur die soge- 
nannten sieben Freuden der Maria. , hier aber nicht in ein- 
zelnen gesonderten Feldern, sondern, als ein grosses Ganze 
in landschaftlicher Verbindung, mit einer unendlichen Fülle 
von Zwischenhandlungen, eine ganze Welt voll Leben, Lust 
und Schmerz und wiederum in einer wunderbaren Anmuth 
und Liebenswürdigkeit ausgeführt.  In derselben Samm- 
lung befindet sich ein Christuskopf in der Anordnung dem 
des Eyck'schen Bildes zu Berlin (s. oben S. 374) sehr ähn- 
lich, zwar von geringerer Reinheit der Formenbildung, aber 
ungleich bedeutender im Ausdrucke göttlicher Kraft und 
13_ Milde; in der Ausführung auf's Höchste vollendet.  
Von Kennern, wie Hotho und Waagen, wird gegen- 
wärtig das berühmte "Jüngste Gericht" vom J. 1467 in der 
Pfarrkirche ISt. Marien zu Danzig, nachdem es dem Mich 
Wohlgemuth, dem Hugo van der Goes (durch Hirt) dem 
Albert von Ouwater (durch Passavant) zugetheilt worden, als 
ein Hauptwerk Hans Memlings anerkannt. Das Werk besteht 
aus einem Mittelbilde und zwei Flügelbildern, Es ist auf 
goldenem Grunde gemalt. In der Mitte, auf einem grossen 
glänzenden Regenbogen, welcher den Horizont berührt, sitzt 
der Heiland mit dem strengen Ausdrucke des Richter; ein
        

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