Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1167692
ä- 22g 
Hans 
Memling. 
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treffliches kleines Diptychon vom Jahre 1487, ehemals im 
Hospital S. Julien, hieher versetzt worden; es stellt auf dem 
einen Bilde die Maria in einem alterthiimlichen Zimmer, dem 
Kinde einen Apfel reichend, dar; auf dem andern Bilde den 
am Betpult knienden Donator, welchen man schon in einem 
auf dem ersten Bilde befindlichen Hohlspiegel" erblickt. 
Ausserdern befindet sich in demselben Saale des St. Jo- 
hannis-Hospitals der berühmte Reliquienkasten der heil. Ur- 
sula (la chässe de Ste. Ursule), ein Schrein von etwa vier 
Fuss Länge, in den Formen einer zierlich reichen gothischen 
Kirchen-Architektur, wie die grösseren Reliquienbehälter 
häufig gefunden werden, gebildet. Sämmtliche Aussenseiten 
dieses Kastens sind von Memling mit miniaturähnlich ausge- 
führten Oelbildchen geschmückt.  Auf beiden Dachseiten 
finden sich je drei Medaillons, ein grösseres in der Mitte und 
zwei kleinere auf den Seiten; in den letzteren musicirende 
Engel, in den mittleren auf der einen Seite die Krönung der 
Maria, auf der anderen Seite die Verklärung der heil. Ursula 
mit ihren Gefährtinnen und zwei bischöflichen Gestalten.  
Auf den Giebelseiten ist vorn die heilige Jungfrau mit dem 
Kinde, zwei Spitalschwestern vor ihr kniend, hinten die heil. 
Ursula mit dem Pfeil, dem Zeichen ihres Martyrthums, und 
die Jungfrauen, die sie unter ihrem ausgebreiteten Mantel in 
Schutz nimmt, dargestellt.  An den Langseiten des Kastens 
ist in sechs etwas grösseren Feldern, von gothischen Arka-. 
den eingefasst, die Geschichte der heil. Ursula gemalt. Es 
ist die Legende, wie die Heilige, eine Königstochter aus 
England, mit einer unzählbaren Schaar von Genossinnen, 
mit ihrem frommen Geliebten, und ritterlicher Geleitschaft, 
auf göttlichen Befehl nach Rom zieht und auf der Heimreise, 
bei Köln, den Märtyrertod erleidet. Die einzelnen Bilder 
haben folgenden Inhalt: l) Landung bei Köln, zu Anfang 
der Reise. Ursula im fürstlichen Purpur steigt aus dem 
Nachen ans Land; Perlen schmücken die Flechten ihres 
Haares, eine Jungfrau zu ihrer Seite trägt ein Kästchen mit 
Geschmeide. Freundlich, in frommer Bescheidenheit, neigt 
sie sich. gegen die. sie empfangenden Jungfrauen. Die An-
        

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