Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1167633
Rogier 
VOII 
der 
Weyden. 
389 
des jüngsten Gerichtes besitzt das Hospital zu Beaune in 
Burgund. Die grosse mittlere Tafel auf Goldgrund, enthält 
die höchst feierliche Gestalt des Weltrichters auf dem Regen- 
bogen thronend; zwei kleine obere Tafeln stellen vier Engel 
mit Passionsinstrumenten dar; auf den zwei nähern Flügel- 
bildern lMIaria mit sechs Aposteln und Johannes der Täufer 
mit sechs Aposteln; auf den zwei entferntern Flügeln heilige 
Jungfrauen, der Donator und Zeitgenossen;  die untere, 
durch eine Wolkensehicht geschiedene Hälfte dieser sämmt- 
lichen Bilder enthält in nächtlichem Dunkel die" gewohnten 
Darstellungen des jüngsten Gerichtes. Die Aussenseiten der 
Flügel: Madonna und Heilige, grau in grau von der Hand 
eines Schülers, und der Donator (Nicolaus Rollin, Kanzler 
Philipps des- Guten) nebst seiner Gemahlin, an Bet-pulten 
kniend. Dieses höchst ausgezeichnete Werk scheint schon 
vor 1447 vollendet gewesen zu sein.  Diesem Werke zu- 
nächst steht eine Madonna unter einem von 2 Engeln offen 
gehaltenen Zelt, mit Petrus , dem Täufer (Schutzpatron 
V0I1 F 10119111) S. Cosmus und SI Damian (Patronen des Hau- 
ses llkdici) unten am Sockel die florentinische Lilie, jetzt im 
Städelschen Institut zu Frankfurt, und aller Wahrscheinlich- 
keit naeh für Petrus und Johannes von Medici gemalt 1450. 
Von einem Einfluss des Gentile da Fabriano, dessen Male- 
reien im Lateran er damals studirte, ist allerdings nichts zu 
erkennen, bei einer sehr vollendeten und correcten Zeichnung 
herrscht doch in vollem Vaass die flandrische Schärfe.  
Der heil. Lucas, die Madonna malend, in der Münchner Pina- 
kothek (dort van Eyck genannt), ist eine sehr anmuthvolle 
und liebenswürdige Composition, besonders der Kopf der 
Maria von eigenthümlicher Schönheit; in den Nebendingen 
wiederum die vorzüglichste Ausführung und namentlich der 
Blick vom Fenster auf die Strasse hinab ein reizendes Bild- 
chen im Bilde.  Ferner zwei zierliche Flügelaltäre, deren 
Mittelbild jedesmal die Anbetung des Kindes enthält. Der 
eine (sonst Memling zugeschrieben) wurde im Auftrage des 
Peter Bladolin, Aufsehers der Finanzen Philipps des Guten für 
die von ihm begründete und 1450 im Bau vollendete Kirche
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.