Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164083
34 
Buch III. 
Italien. 
XV. Jahrhundert. 
Florenz. 
137. 
(T nach 1490), ist kein sicheres WVerk mehr vorhandeni). 
Von den erhaltenen Werken gehören die vorzügliohsten einem 
19- gewissen Gherardo aus Florenz an, welcher von Lorenzo 
Magnitico ursprünglich zum Mosaieisten für den Dom be- 
stimmt und desshalb mit Domenico Ghirlandajo in Einver- 
ständniss gesetzt worden war. Seine Miniaturen verbinden 
den Styl des letztern mit einer unglaublichen Pracht und 
Zierlichkeit der Ausführung, Welche in der Bibel des Mat- 
 thias Corvinus (um 14903 jetzt in der vaticanisehen Biblio- 
thek, ihre höchste Stufe erreicht. Einige Bücher mit Minia- 
turen von Gherardo sollen sich noch im Archiv des Spital- 
pfarrers von S. Giulio in Florenz vorfinden; ein Missale vom 
20 Jahre 1494 in der Laurentianischen Bibliothek.  Von 
einem andern Florentiner, Attavante, ist in der Bibliothek 
der Duos de Bourgogne zu Brüssel ein für den König von 
Ungarn ausgeführtes Prachtmissal, und in der kaiserlichen 
Bibliothek zu Paris ein Brevier des Bischofs von Gran, 
Werke, welche ebenfalls die Schule Ghirlandajds verrathen 
und mit grösstem decorativem Geschmack ausgeführt sind. 
21.- Auchdie im Vatican befindliche Bibel von Urbino, vom 
Jahre 1478, ist offenbar von florentinischen Händen ausge- 
Zlmalt.  In der Laurentianischen Bibliothek zu Florenz sind 
noch einzelne Handschriften klassischer Autoren vorhanden, 
welche auf Veranlassung des Lorenzo Magniüco entstanden 
sein sollen und nur Wenige eigentliche Miniaturen, dafür aber 
eine Fülle von schönen und zarten Ornamenten enthaltenH). 
1. g. 137. Während bei den vorgenannten Meistern mehr 
die PortraitauEassung vorherrschend war, so zeigt sich bei 
anderen ein mit besondrer Vorliebe durchgeführtes Studium 
i?) Doch schreiben ihm Crowe u. Cavalcaselle III, 37 E, eine Reihe 
von Tafelbildern in Arezz0,B01'g0 S. Sepoloro u. a. O. zu. 
M) Für das Obige ist vor Allem in der deutschen Uebersetzung 
des Vasari Bd. H, Abth. II, S. 186 u. f. der Excurs der Herausgeber 
zu vergleichen. Ausserdem S. 181 u. f. und Bd. II, Abth. I, S. 3220 
die Anmel-kg,  Waagen, Kunstw. und Künstl. in Paris, S. 365 u. f. 
 Düägincourt, Malerei, Taf. 76 u. f. und deutsches Textheft, 
S. 85 u. f.
        

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