Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1167496
Werke 
Einzelne 
des 
Johann 
Eyok. 
375 
ohne Kraft, die 
tung. Die alte 
Züge überhaupt ohne eine besondere Bedeu- 
und die neue Zeit stimmen hier nicht. mehr 
zusammen. 
Endlich besitzen die Niederlande noch immer eine ansehn- 
liche Zahl van Eyck'scher Werke, nachdem der Bildersturm 
des Jahres 1566 und die spätem Schicksale dieser Gegenden 
manches Vortreffliche zerstreut und vernichtet haben.  In 
der Akademie von Brügge: ein Altarbild, vom Jahre 1436:24. 
Maria auf einem Throne sitzend, das Kind auf ihrem Schoosse 
mit einem Papagei und Blumen spielend; S. Georg im leuch-  
tenden- Harnisch, und S. Donatian im bischöflichen Pracht- 
gewande zu beiden Seiten, der Stifter des Bildes kniend; 
den Grund bildet der Chor einer Kirche im Baustyle des 
XII. Jahrhunderts. Die beiden Heiligen sind treffliche Ge- 
stalten, männlich und kräftig, der alte Stifter mit der gröss- 
ten Lebendigkeit und Portraitwahrheit gemalt. Maria und 
das Kind in ihrer fast naturalistischen Derbheit befriedigen 
weniger. Die Färbung ist sehr kräftig und das Ganze mit 
einer Liebe und Treue vollendet, die, besonders in den 
Nebenwerken, die höchste Bewunderung verdient. Zwei 
andere Bilder dieser Sammlung sind neuerlich angezweifelt 
worden; das eine ist ein weibliches Bildniss von halber 
Lebensgrösse und sehr sauberer und zarter Ausführung mit 
der (lateinischen) Inschrift: „Mein Gemahl Johannes voll- 
endete mich, im Juni 1439", welche bisher immer auf Johann 
van Eyck bezogen wurdef); das zweite ist ein Christuskopf, 
bez.: Joh. de. Eyek. Inventor. A. 1420. 30. Januarii. Dies 
würde hienach das frühste Werk des Meisters sein; aber 
abgesehen von der ungewöhnlichen Benennung desselben als 
„Erfinder", sprechen das glanzlose Colorit und mehr noch 
das gesammte innerliche Ungeschick der Behandlung doch 
sehr entschieden gegen die Originalität, wenn schon dieser 
Kopf sich weit mehr dem althergebrachten Typus anschliesst 
als der um achtzehn Jahre später datirte im Berliner Museum. 
a) Waagen hält es für echt, und rühmt daran "bewunderungs- 
würdigeFeinheit und Bestimmtheit in der Durchbildung," a. a. O. S. 89.
        

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