Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1167455
Einzelne Werke 
des 
Hubert 
und 
Johann 
van 
Eyck. 
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welchem er behutsam einen Dorn aus der einen Vorderpfote 
herauszieht. Die sämmtlichen Umgebungen sind mit micro- 
scopischer Feinheit ausgeführt, man erkennt die Blätter der 
Bücher, das Geäder des Holzwerkes, u. dgl, selbst eine 
naschende Ratte fehlt nicht; nur das Gewand ist noch ein- 
facher, in der alterthümlichen Weise Huberts behandelt, auch 
fehlt der tiefe, leuchtende Glanz späterer ilandrischer Werke, 
sodass man glauben sollte, die feine Ausbildung des Einzel- 
nen sei der höhern Vervollkommnung des van Eyck'schen 
Bindemittels vorangegangen. Eines der vielleicht bedeutend- 
sten Bilder aus Eyck'scher Schule, die überhaupt erhalten 
sind, der „Born des lebendigen Wassers" im Nationalmuseum 
zu Trinidad in Madrid wird von Passavant mit grosser 
Wahrscheinlichkeit dem Hubert zugeschriebenäl. Auch 
Waagen stimmt diesem Urtheil bei und setzt das Werk 
etwa in die Zeit von 1415-1420, also vor das Genter Altar- 
bild.  Ein sehr ernster und imposanter Erzengel Michael 
mit der Waage, Fragment eines grössern Werkes (eines Welt- 
gerichtes), ehemals in der Lyversbergfschen Sammlung zu 
Köln, wurde ebenfalls Hubert beigelegt. Ein Diptyehon der 
Antwerpner Akademie (Maria, das Kind saugend, und der 
betende Donator mit seiner Frau) ist gewiss unecht. 
Ungleich mehr Sicheres ist von Johann van Eyck 
vorhanden. Es bezeichnet den neuen Standpunkt der Malerei 
zum Leben", dass Er zuerst einzelne Gemälde mit Namen, 
Jahrzahl und Datum zu bezeichnen begann, was früher nur 
als seltenste Ausnahme vorgekommen sein mag. Es waren 
kostbare, mit subjectiver Virtuosität ausgeführte Prachtar- 
beiten; ein frühe und weit verbreiteter Ruhm, eine persön- 
liche Stellung hingen damit enge zusammen, dass die Werke 
Johanns als solche anerkannt wurden. Ueberdiess hat eine 
alte Tradition ihm mehrere andere Bilder genügsam ge- 
sichert. 
w) Vergl. d. d. KstbL 1353, S, 216 E, 222, wo P. noch von andern 
niederländ. und deutschen Bildern in Spanien Nachricht giebt, und 
Waagens Hdb. der Kunstgesch. Buch III. S. 72. 
24a:
        

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