Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1167439
218. 
Die 
Van 
Eyck. 
Das 
Genter 
Altarwerk. 
369 
malten Darstellungen über Adam undEva entsprechend) zwei 
kniende weibliche Gestalten, als Sibyllen bezeichnet. (S, u_ S_ 377)_ 
Die Aussenseiten der unteren Seitenflügel sind ebenfalls 
schon genannt worden. Die Steinbilder der beiden Johannes 
zeigen jenen sehwerfälligen Styl in der Gewandung und das 
eigenthümlich Eckige im Bruche der Falten, was vielleicht 
dem Styl der damaligen Bildnerei nachgeahmt ist, der eben- 
falls schon den älteren germanischen verlassen hatte, und was 
sich nach und nach immer mehr auch in die Malerei des 
XV. Jahrhunderts eindrängt; xschon die Gewandung in den 
eben genannten Gestalten der Verkündigung deutet eine 
solche Manier an. Johannes der Evangelist erscheint, in 
dem sehöngeformten Gesichte und auch in der G-ewandung, 
als der bedeutendere von beiden.  Die Bildnisse der Stifter 
sind mit unnachahmlicher Lebenswahrheit und Treue dargestellt. 
Sie zeigen die bestimmte sorgfältige Hand des Johann und 
stehenschon an der Grenze, bis zu der sich die Nachbildung 
des Zufälligen und Geringfügigen im menschlichen Gesichte 
erstrecken darf. Gleichwohl indess ist das Ganze trefflich zu- 
sammengehalten, und der Fleiss des Künstlers erscheint nicht 
ängstlich, da mit den Körperformen zugleich der Geist, der 
dieselben belebt, aufgefasst ist. Der alte Herr, Judocus 
Vyts, dessen Liberalität die Nachwelt dies grosse Kunstwerk 
verdankt, kniet vor dem Beschauer in einfach rothem pelz- 
besetztem Kleide, die Hände gefaltet, die Augen aufwärts 
gerichtet. Doch zieht sein Gesicht, Wenig an; die Stirn ist 
kurz und beschränkt, das _Auge ohne Kraft; nur der Mund 
zeigt ein gewisses WVohlwollen und der Gesammtatlsdruck 
der Züge deinen Charakter, der tallenfalls ein bedeutendes 
Vermögen wohl zu verwalten wusste und zu einer ehren- 
vollen Verwendung desselben zu bestimmen war. Den Ge- 
danken, ein so hohes Kunstwerk zu stiftenQHnden wir in 
den edlen, bedeutungsvollen und geistreichen Zügen seiner 
Gemahlin, die ihm gegenüber, in ähnlicher Stellung und in 
noch schlichterer Kleidung als er, kniet"). 
a?) Nach Waagen 
Kugler Malerei II. 
{Handbuch 
der 
Geschichte 
der 
Malerei, 
24 
Stutt-
        

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