Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1167422
368 
Buch 
Norden. 
Jahrhundert. 
Flandrer. 
21a, 
grössten Fleiss vergegenwärtigt; auf die bisherigen Gold- 
gründe folgt hier auf einmal ein sorgfältig abgetöntes Him- 
melblau mit naturwahrem Gewölk; der Baumschlag ist theil- 
weise, z. B. bei Palmen, Orangen, Cypressen vollkommen 
durchgeführt (etwa. nach Johanns portugiesischen Studien) 
und selbst in den übrigen Bäumen minder conventionell als 
bei irgend einem Schüler; die bemoosten Felsen sind ganz 
deutlich einem Kalkgebirge entnommen; selbst die Pferde- 
spuren auf dem Wege sind bis in's Kleinliche nachgeahmt. 
Hierin und in einer gewissen Ueberfülle und Zerstreutheit 
der landschaftlichen Gegenstände haben diese grossen Künst- 
ler dem allgemeinen Gesetz der Kunstgeschichte ihren Tri- 
but bezahlt dass neue Richtungen mit Schärfe und Ueber- 
treibung aufzutreten pflegen.  
 Die Aussenseiten der oberen Flügelbilder stellen, wie 
bereits bemerkt, die Verkündigung Maria dar, und zwar so, 
dass sich auf den äusseren, breiten Bildern (den Rückseiten 
der singenden und musicircnden Engel) die Gestalten des 
Engel Gabriel und der Maria befinden, auf den inneren, 
schmaleren Bildern (den Rückseiten von Adam und Eva) eine 
Fortsetzung des Gemaches der Maria dargestellt ist. Hier 
sind, wie es sehr häußg bei den Aussenbildern grösserer" 
Altarwerke der Fall war, die Farben mehr eintönig gehalten, 
so dass die grössere Fülle und Pracht derselben zur um so 
würdigeren" Ausschmückung des. Inneren verwandt blieb. 
Der Engel und die heilige Jungfrau tragen weite weisse 
Gewande, doch sindidie Flügel des Engels mit zartschillern- 
den Farben geziert. Die Köpfe sind fein gemalt und nicht 
unedel. Mit grosser Naturwahrheit sind die in dem Zimmer 
befindlichen Gerathschaften dargestellt, so auch die Aussicht 
durch die Arkade, welche den Hintergrund des Zimmers 
bildet, auf die Strassen der Stadt. (in deren einer man eine 
Strasse von Gent erkennt).  In den Halbkreisen, womit 
diese Tafeln nach oben abschliessen, befinden sich rechts und 
links die Brustbilder zweier Propheten, würdige Köpfe, in 
der Körperbewegung jedoch, namentlich der Zaeharias, etwas 
steif und ungenügend; in der Mitte {jenen grau in grau ge_
        

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