Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164072
136. 
Schule 
Ghirlandaj ; 
der 
Miniatoren. 
33 
in der Rundung und im Farbenauftrage erreicht, in der zar- 
teren Auffassung des Charakters christlicher Heiligen, beson- 
ders in der Gesiehtsbildung, etwas Eigenthümliches hat; für 
eine Hauptarbeit des Mainardi hält man die Malereien in der 
Pfarrkirche des Städtchens S. Gimignano i) (seines Geburts- 
orts) und zwar in der Kapelle der Beata Fine; doch sollen 
auch die Ghirlandajds hier mitgearbeitet haben. Von Mainardi 14. 
allein ist eine Verkündigung im Baptisterium derselben Kirche. 
 Auch Francesco Granacci (geb. 1469), einer der15. 
Schüler des Domenico, vereinigt mit dessen Styl eine gewisse 
leichtere Anmuth, ohne freilich die Lebenskräftigkeit und 
Tiefe des Meisters zu erreichen. In der Galerie Pitti und 
in den Üfiizien zu Florenz sind einige_ gute Bilder von ihm; 
mehreres in der dortigen Akademie, wo namentlich eine Reihe 
kleinerer Bilder, das Martyrthum der heil. Apollonia dar- 
stellend, ausgezeichnet sind. In späterer Zeit wandte sich 
Francesco mehr zu der Weise seines grossen Mitschülers, des 
Michelangelo Buonarotti, der, sowie auch Domenicds Sohn, 
Ridolfo Ghirlandajo, der folgenden Periode angehört.  Bil- 16, 
der von verschiedenen Händen dieser Schule enthält nament- 
lich das Querschiff von S. Spirito in Florenz. 
An diese Schule der Ghirlandaj schliesst sich die letzte 17. 
grossc Blüthe der italienischen Miniaturmalerei an. Aller- 
dings ist es jetzt weniger die Andacht, welche die pracht- 
volle Ausschmückung heiliger Islandsehriften verlangt, als viel- 
mehr der Sinn für echten Luxus, das Bedürfniss nach künst- 
lerischer Veredelung aller Umgebungen des Lebens. Auch 
zeigt sich in den prachtvollen Randverzierungen, in den Ar- 
chitekturen der Hintergründe u. s. f. der heiterste profane 
und antike Schmuck von Genien mit Laubgewinden, Götter- 
figuren u. dgl. Ausser den Mediceern und den kirchlichen 
Corporationen beschäftigte hauptsächlich der König von Un- 
garn, Matthias Corvinus, die florentinischen Miniatoren. 
Von einem der berühmtesten, dem Abt von San Cle- 18. 
mente in Arezzo, Don Bartolommeo (18118 Ga-ttß 
 v. R u m o h r, 
Kugler Malegrei II. 
286.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.