Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164068
32 
III. 
Buch 
Italien. 
Jahrhundert. 
Florenz. 
136. 
welche Ghirlandajo um das Jahr 1490 im Chore von S. M. 
Novella zu Florenz ausfihrte; hier stellte er auf der einen 
Seite das Leben der Maria, auf der andern das Leben Je- 
hannes des Täufers dar, und von diesen Werken gilt ganz 
vornehmlich, was ich in der allgemeinen Charakteristik über 
Ghirlandajo vorausgeschickt habe Ü. 
In Tafelbildern konnte sich natürlich die Eigcnthümlich- 
keit des Ghirlandajo nicht zu ähnlicher Schönheit entwickeln 
und sie können im Allgemeinen nicht auf gleichen Werth 
mit den Wandmalereien Anspruch machen; auch stört hier 
eine gewisse Buntheit, vorzüglich ein disharmonisches Roth. 
Doch findet man auch unter ihnen sehr ausgezeichnete Werke, 
namentlich zu Florenz. Eine schöne Anbetung der Könige 
vom Jahre 1488 befindet sich dlort. in der Kirche des Findel- 
hauses (agli Innocenti) und enthält besonders in den Neben- 
3- figuren treffliche, aus dem Leben gegriffene Köpfe; eine 
andere Anbetung vom vorhergehenden Jahre (Rundbild) in 
9. den Ufüzien. Zwei vorzügliche Bilder sind in der Floren- 
tiner Akademie; auf beiden kommen ungemein anmuthige 
und süsse Madonnen vor, was sonst beim Ghirlandajo nicht 
gerade häufig gefunden wird. Das Eine, vom Jahre 1485, 
ist die bekannte Anbetung der Hirten, bei welcher ein alter 
10- Heidensarcophag als Krippe dient. Eine vortreffliche Heim- 
suchung Mariä vom Jahre 1491 befindet. sich im Louvre. 
11.Eine Madonna. in einem Nimbus mit vier Heiligen, worunter 
ein knieender Hieronymus sich durch Adel der Form und 
des Ausdruckes auszeichnet, im Berliner Museum. 
12. Die Brüder des Domenico Ghirlandztjo, Davide und 
Benedetto Ghirlandajo, malten in seiner Art. und unter- 
stützten ihn bei seinen Arbeiten, z. B. bei einer sehr beweg- 
ten Darstellung der Auferstehung im Berliner Museum. 
13. Ebenso (bedeutender als Beide) sein Schwager Bastiano 
Mainardi, der jedoch, wenn er den Domenico schon nicht 
ü) Ghirlandajds Gemälde in S. Trinitä. und in S. M. Novella sind 
in Lasinifs mehrerwähnter Sammlung altüorentinischer Meister 
gestochen.
        

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