Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1167124
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Buch III. 
Italien. 
XVI. 
Jahrhundert. 
Venedig. 
mit den Gästen hufeisenförmig zusammengestellt; letztere 
nach der Sage fast lauter Portraits von Zeitgenossen in pracht- 
vollen Gewändern, so dass Christus und Maria, hinten am 
Tische, zwei schon an sich unbedeutende Figuren, gänzlich 
daneben verschwinden. Diener mit prachtvollen Krügen im 
Vordergrunde, zuschauendes Volk auf erhöhter Balustrade und 
den Logen und Dächern der fernern Häuser. Das merk- 
würdigste sind vorn, in der Mitte, die um einen Tisch grup- 
pirten Musikanten , zum Theil ebenfalls Bildnisse; Paul 
Veronese spielt Violoncell, Tintoretto ein ähnliches Instrument, 
der greise Tizian in rothem Damastgewande den Contrabass. 
15.- Eine andere etwas kleinere Darstellung desselben Gegen- 
standes, reich an neuen, geistvollen Motiven, in der Brera zu 
15- Mailand; eine dritte in der Dresdner Galerie.  An Grösse 
und Reichthum, doch nicht an Werth steht dem Bilde des 
17-L0uvre am nächsten das Gastmahl des Levi, in der Akademie 
zu Venedig (früher im Refectorium von S. Giovanni e Paolo), 
eine ähnliche riesige Prachtcomposition unter einer luftigen 
Bogenhalle, welche das Ganze in drei Gruppen theilt, mit. 
einer freien Stadtaussicht. Christus und die Haupthandlung ist 
auch hier wieder Nebensache; dagegenfinden sich ergötzliche 
Episoden: die Hellebardiere, welche auf der Treppe hastig 
ihr Theil heruntertrinken, der Maggiordom, der mit einem 
18- Mohren spricht, u. dgl. m.  Christus an der Tafel Simons 
des Pharisäers, Während Magdalena ihm die Füsse wäscht, 
ein anderes, nicht viel minder gigantisches Bild des Louvre, 
ist in der Anordnung einfacher als andere Bilder dieser Art 
 und durch. schöne Charakterköpfe ausgezeichnet, namentlich 
19. durch einen sehr edeln Christus. Eine andere Darstellung in 
der Brera zu Mailand, eine dritte im Pallast Marcello Durazzo 
20- zu Genua (jetzt vielleicht in der dortigen öffentlichen Samm- 
lung).  Auch das Gastmahl in Emmaus kömrnt öfter vor, 
z. B. im Louvre und in der Dresdner Galerie. Nach 
Paolo's Tode fertigten auch seine Erben nach seinen Mo- 
tiven solche Gastmahlsbilder, freilich ohne die echte Fülle 
des Daseins , Welche den Grundton seiner Originalwerke-
        

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