Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1167094
Paolo 
Veronese : 
Altarbilder 
etc. 
335 
deres noch an Giorgione und der Sebastian an Pordenone 
erinnertal).  Andere Altarbilder kommen in Venedig und 3. 
anderwärts hie und da vor; eins der besten, in S. Franeesco 
della Vigna, ist zugleich interessant als Beispiel derjenigen  
spätesten Compositionsiveise der Altarblätter, welche in der 
Folge auch auf die niederländische Schule übergegangen ist. 
Oben auf einer Terrasse sieht man die heilige Familie; unten 
lehnt S. Antonius, gegen den Beschauer gewandt, bei ihm 
sein Schwein; eine heilige Märtyrin sitzt aufwärts schauend 
daneben.  Eine Auferstehung Christi, in derselben Kirche, 4. 
ist von später, flüchtiger Arbeit, doch trefflich das wirre Auf- 
fahren der Wächter, deren Einer blindlings mit der Helle- 
barde nach Christo stechen will.  Eine Vermählung der 5. 
heil. Catharina in der gleichnamigen Kirche ist von schönster, 
lebendigster Empfindung und trefflich ausgeführt.  Eine 6, 
grosse Krönung Maria mit einem ganzen, gedrängten Paradies 
voller Heiligen, in der Akademie, ist ein spätes Bravourbild. 
 Ein sehr anmuthiges Gemälde befand sich in der Samm- 7. 
lung Craglietto. Es stellt die Madonna mit dem Kinde dar 
und vor ihr, kniend, Venezia, in der Gestalt einer schönen, 
jugendlichen Dogaressa.  Mehreres in der Brera zu Mailand S. 
und im Louvre. 
Für historische Bilder Paolds (im engern Sinne des 
Wortes) ist die Kirche S. Sebastiano zu Venedig, in welcher 9. 
er begraben liegt, bei weitem der wichtigste Ort. Wir 
erwähnen unter den zahllosen Werken, womit er hier Wände 
und Altäre geschmückt hat, nur das Allerwesentlichste, zu- 
nächst die drei sehr grossen, durchweg mit Sorgfalt und mit 
aller Herrlichkeit seines Colorites (1560-1565) ausgeführten 
Gemälde, welche das Ende des heil. Sebastian darstellen. 
Das schönste derselben, der Gang zum Richtplatz, ist vom 
Jahre 1565. Die Scene ist auf einer Treppe, vor dem Hause; 
S. Sebastian, eine schöne, kräftige Gestalt, im Panzer, eilt 
4') Das oben von Kugler beschriebene Bild wird jetzt, nach man- 
cherlei Controversen, für ein Werk von Veronese'ß Schüler Batista 
Zelotti gehalten. v. B1.
        

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