Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166995
Lombarden unter venez. Einiiuss. 
Pordenone. 
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Brugnoli zu Brescia; ein Bild von einer etwas rohen, aber 
ergreifenden Gewalt in Conception und Farbe  
Ein Schüler des Romanino war Girolamo Muziano, 
der nachmals in Rom thätig war uifd einer der bessern 
Nachahmer Michelangelds Wurde. Wenigstens ist sein Haupt- 13_ 
bild, in S. Maria degli Angeli daselbst, die Predigt des heil. 
Hieronymus vor seinen Mönchen in einer Wüstenlandschaft, 
von ausgezeichneter Anordnung und vortreftlichem Ausdruck, 
Während manches Andere schon bedeutend manierirt erscheint. 
Ein anderer rühmlich genannter Schüler Romaninds war 
Lattanzio Gambara. Wiederum Schüler des letzteren: 
Giovita Bresciano, genannt: il Brescianino, ein 
tüchtiger Maler in der späteren venetianischen Weise. 
S. 2 lO. Ziemlich unabhängig neben Giorgione und Tizian 
und als entschiedener Nebenbuhler des letzteren entwickelte 
sich Gio. Antonio Licinio Regillo da Pordenone 
(von seinem Geburtsort so benannt, geb, um 1484, gest. 1539). 
EinKünster, der sich sehr selten zu bewegteren Compositionen 
erhebt, sondern lieber, auch wo es wenig passend ist, eine 
einfache Zusammenstellung der Figuren beibehält; ebenso zei- 
gen seine Köpfe selten den Ausdruck eines bewegten Affectes. 
Aber ein eigenthümlicher Vorzug Pordenone's besteht in der 
wunderbaren Weichheit und Zartheit (Morbidezza), welche er 
in der Malerei des Nackten besass und darin er selbst von 
Tizian unübertroffen ist. Ausgezeichnet ist er somit in Portrait- 
bildern, in welchen er gern mehrere Köpfe auf einem Bilde 
vereinigte; ein solches, das seine Familie vorstellt, befindet 
sich in der Galerie Borghese zuRomH); ein andres, von sehr 1, 
edler und feiner Auffassung, zu Hamptoncourt in England; 
ein drittes, Pordenone mit seinen Schülern, in der Galerie 2, 
Manfrini zu Venedig etc.  Venedig besitzt manches Treff- 3. 
liche von Altarblättern seiner Hand, wie namentlich eins 
 Beide Bilder (nebst einer „Herodias" von eigenthümlichem Schmelz 
des Fleisches) erscheinen von auffallendwerschiedener Auffassung und 
Technik. v. B1. 
w) Nach Andern von Bernardino Pordenone.
        

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