Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166959
Nachfolger: 
Bonifacio, 
Schiavone 
321 
Prunkgarten, Falkeniere, Pagen und Reitknechte.  Späte 
Bilder Bonifazids sind insgemein Hau und sehr manierirt. 
Ein andrer guter Nachahmer der spätem, verschwom- 
menen Manier Tizians ist Andrea Schiavone; eine schöne 5. 
Anbetung der Hirten von ihm in der k. k. Galerie zu Wien, 
eine vortreffliche Madonna mit Heiligen (ganze Figuren), in 6. 
der Akademie zu Venedig; Kains Brudermord, im Pallast, 7. 
Pitti, ein trefflich verkürzter Akt, in einer schönen Waldland- 
schaft, u. a. m. Bei schöner Färbung sind die Köpfe meist 
etwas leer, die Formen nachlässig und unbestimmt. In den 8. 
Studj zu Neapel wird dem Andrea ein „Christus vor Pilatus" 
zugeschrieben, ein Bild, welches alle diese Mängel zeigt; höchst 
vorzüglich ist nur der lebensmüde Kopf des Landpflegers, 
dessen grosses glasernes Auge zu fragen scheint, was Wahr- 
heit sei.  Aehnlich ist Domenico Campagnola aus 
Padua, dessen vorzügliches Talent die Eifersucht des Meisters 
rege zu machen wusste; in der Akademie zu Venedig von 9. 
ihm vier Propheten, halbe Figurenß Bedeutenderes in Padua. 
 Giovanni Cariani aus Bergamo (ursprünglich ein An- 
hänger des Giorgione) verdient hier gleichfalls ehrenvolle 
Erwähnung. Seine Vaterstadt besitzt anmuthvolle Gemälde 
seiner Hand. Das ausgezeichnetste ist das aus S. Gottardo 
in Bergamo, jetzt in der Brera zu Mailand, Madonna, in 10. 
reicher Landschaft sitzend; hinter ihr ein Teppich von zwei 
Engelknaben gehalten; zu ihren Seiten ein Hofstaat von 
Heiligen. Einfache Anordnung, schöner heiterer Ch ' kter 
zeichnen das Bild sehr vortheilhaft aus.  Geroaiiiämo 
Savoldo aus Brescia ist ein nicht minder tüchtiger Nach- 
eiferer Tizians; von ihm ist eine schöne Anbetung der Hirtentl- 
in der Galerie Manfrini zu Venedig; eine schön gemalte, 
übrigens unbedeutende Transliguration in den Üffizien zul2. 
Florenz; ein paar gemüthliche heil. Einsiedler in der Galerie13. 
Manfrini zu Venedig; eine anmuthige weibliche Figur im 14. 
Museum von Berlin. In dem (angebl) Bildniss des Gaston15_ 
de Foix (im Louvre), sonst dem Giorgione zugeschrieben, aber 
mit dem Namen Savoldo's bezeichnet, hat er durch Bei- 
fügung mehrerer Spiegel die Gestalt von allen Seiten gezeigt, 
Kugler Malerei II.  21
        

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