Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166872
Historische 
und 
mythologische 
Bilder. 
813 
ä. 206. Eine besondere Meisterschaft hat Tizian in der 
Darstellung nackter weiblicher Gestalten entwickelt; hier zeigt 
sich der Zauber seiner Colorits in seiner vollsten Gewalt, 
Nur ist. zu bemerken, dass er in den Darstellungen solcher 
Art nicht selten eben mit dieser seiner Meisterschaft der 
Technik einen gewissen Prunk treibt und statt der Naivetät, 
statt einer unbefangenen heimlichen Situation, eine wohl- 
überlegte Schaustellung schöner Glieder malt. Auliallend 
zeigt sich dies bei Vergleichung der beiden berühmten Venus- 1. 
hilder in der Tribune der Üffizien zu Florenz. Während 
die eine von diesen (sie trägt Blumen in der Hand, im Neben- 
gemach erblickt man Frauen, Welche Gewänder aus einer 
Lade nehmen) eben in der Naivetät ihrer Stellung eine ver- 
führerische Gewalt über den Besehauer ausübt, so lässt die 
zweite (hinter der ein Amor steht) trotz der gleich hohen 
Meisterschaft der Technik kalt. Bewunderungswürdig ist 
übrigens an jener ersten, wie die ganz vom Licht umflossene 2. 
Gestalt, die von einem weissen Gewande und vor einem hel- 
len Hintergrunds liegt, doch das schönste Relief der Formen 
und die kräftigste Farbe zeigt.  Aehnliche Bilder finden 
sich mannichfaltig, wie z. B. in Dresden; eine schöne Danae 3. 
zu Neapel, eine andre zu Wien; Andres in England, nament- 4. 
lieh ein berühmtes Bild in der Galerie von Cambridge, wo 
(nach einer wenig begründeten Sage) in der Gestalt der Venus 
die Prinzessin Eboli portraitirt ist und König Philipp 11„ die 
Laute spielend, neben ihr sitzt.  Auch andere hieher gehö- 
rige vorzügliche Bilder sind in England vorhanden, z. B. zwei 5. 
grosse Darstellungen der Diana und ihrer Nymphen im Bade, 
beide in der Bridgewater-Galerie; in der einen sieht man den 
Actäon, in der andern wird die Schuld der Kalisto entdeckt; 
beide Bilder stammen aus der spätem Zeit des Meisters und 
sind weniger in der Durchführung als in der Gesammtwirkung 
bedeutend. Eine eigenhändige Wiederholung des Bildes der 
Kalisto"), für Philipp II. gemalt, beiindet sich im Museum zu 6, 
Madrid, eine andere im Belvedere zu Wien. In der Bridgewater- 7, 
9') Desgleichen 
Action. 
auchder
        

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