Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166835
Mariä 
Himmelfahrt. 
Die 
Grablegung 
etc. 
309 
Handlung gemacht. Einer trägt. zu den Häupten, ein andrer 
zu den Füssen Christi; Johannes, der dahinter steht, erhebt 
Christi Arm. Maria zur Linken, in jammervoller Betrach- 
tung, ist im Begriff in Ohnmacht zu fallen; Magdalena um- 
fasst sie", ohne aber vom Heilende wegzublicken. Hier ist 
die grösste Schönheit der Gestalten, das edelste Pathos der 
Bewegung mit dem lebendigsten Affekt und der tiefsten in-  
nerlichsten Empfindung verbunden. -Wenn irgend ein vene- 
tianisehes Bild auf die spätere Kunst einen Einfluss geübt 
hat, so ist es dieses; die edelsten Inspirationen des van Dyck 
hängen von diesem wunderbaren Werke ab.  Eine Wie-Ü- 
derholung desselben Bildes, von beinahe gleicher Schönheit 
in der Ausführung, befindet sich im Museum von Paris 
Sehr heiter und weltlich liebenswürdig ist das grosseß 
Bild der Darstellung Maria im Tempel, jetzt in der Aka- 
demie zu Venedig. Eine Menge Volkes, darunter auch Se- 
natoren und Procuratoren des heil. Marcus, sehen verwundert, 
begeistert, gespannt zu, wie das liebliche Kind, sein blaues 
Röckchen zierlich mit der Rechten zusammenfassend, die 
Tempeltreppe hinaufsteigt, wo von Geistlichen umgeben, der 
erstaunte Hohepriester es mit seinem Segen empfängt. Von 
Fenstern und Balconen sehen Zuschauer herab; neben der 
Treppe aber sitzt ein altes Hökerweib bei ihrem Eierkorb, 
Welche ganz neugierig nach dem Gewühl hinschaut. Der 
ganze Vorgang ist mit. grösster Naivetät und in einer unver- 
gleichlichen farbenglühenden Ausführung dargestellt.  Von m 
einer öfter vorkommenden Darstellung des Gastmahls zu 
Emmaus, welche sich nicht sowohl durch Grösse als durch 
milde Ruhe des Ausdruckes auszeichnet, befindet sich ein 
Exemplar im Louvre, eine gute alte Schulwiederholung in 
den Studj zu Neapel. 
Ebenso sind von Tizian sehr treffiiche Altarbilder, Ma- 
donnen auf dem Throne, mit Heiligen umgeben und Fromme 
anbetend zu ihren Füssen, vorhanden. Ein grosses IIaupt-lä. 
bild der Art ist in der Kirche S. Maria de' frari zu Venedig: 
Madonna mit mehrern Heiligen und als Donatoren die Fa-
        

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