Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166760
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Buch III. 
Italien. 
XVI. 
Jahrhundert. 
Trencdig, 
tigurcn, der Leichnam von grossartigster Bildung, Joseph 
s. von wunderbarem Schmerzensausdruck.  In der Galerie 
Pitti zu Florenz befindet sich ein Martyrthrlm der heil. 
Agatha, welches in ähnlicher Weise miehelangeleske Com- 
position und einen Rest von venetianischem Colorit verbindet, 
dabei jedoch ausser der Scheusslichkeit des Gegenstandes 
auch dadurch unangenehm berührt, dass Sebastiano schon 
hier die unmittelbare Lebensfrische einem Stylprincip opferte, 
welches doch nie ganz sein eigen wurde. Zwar behalten 
auch seine spätern Arbeiten neben der grandiosen Formen- 
bildung noch sehr erhebliche Vorzüge des Colorites bei, allein 
es beginnt eine gewisse Gleichgültigkeit gegen die schöne 
Einzelform, namentlich in Betreff der Gewandung sichtbar 
zu werden, auch wendet der Künstler die ihm zur Gewoh11- 
heit gewordene Colossalitat oft da an, wo sie nicht hingehört, 
z. B. im Portrait. Noch aus der besseren Zeit sind die nach 
9. Michelangelds "Zeichnungen ausgeführten Fresken in S. Pietro 
in Montorio zu Rom (erste Kapelle rechts), wovon die Geis- 
 selung Christi in der würdigen, vortrefflich bewegten Compo- 
sition und auch in der edeln Ausführung als das Vorzüg- 
lichste erscheint. (Eine eigenhändige Wiederholung im Kleinen 
]0.im Pallast Borghesc.) Spät und von unangenehmer Wirkung 
sind dagegen die Malereien in der Capella Chigi, in S. M. 
11.del popolo. Unter den spätern colossalen Portraits nennen 
wir das eines Cardinals (vorgeblich Papst Alexanders VI.) in 
12.den Studj zu Neapel, und ein weibliches Bildniss in der National- 
13.galerie zu London. Das höchst vorzügliche Bildniss des 
Andreas Doria, im Besitz des Fürsten Doria zu Rom, ist 
leider nicht mehr sichtbar. 
 Ein andrer Schüler des Giorgione war Giovanni da, 
Üdine, der jedoch nachmals nach Rom, zum Rafael ging, 
wo wir ihn bereits kennen gelernt haben und wo er in den 
mannigfachen deeorativen Gegenständen Gelegenheit zur Ent- 
faltung seiner venetianisehen Kunstfertigkeit fand.  Ferner 
der Veroneser Francesco Torbido, genannt: il moro, 
von dem sich vornehmlich in Verona Gemälde finden, die 
zum Theil noch in Etwas an die mehr" alterthümliehe Rich-
        

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