Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166500
276 
Buch III. 
Italien. 
XVI. Jahrhundert. 
Verona. 
193. 
194. 
Könige, auf der andern die Flucht nach Aegyrpten dar und 
20.enthalten höchst anmuthvolle Köpfe. Eine stehende Caritas 
mit drei- Kindern, von strenger Schönheit (neuerlich ange- 
zweifelt) im Berliner Museum.  In späterer Zeit folgte 
Peruzzi dem Style der römischen Schule, opferte aber dem 
Bestreben nach äusserer Formenschönheit die naive Anmuth, 
21.welche man in seinen früheren Werken bemerkt. Sein 
Hauptwerk aus dieser Zeit ist ein Gemälde in dem Kirchlein 
Fonte Giusta zu Siena: Augustus, welchem die Sibylle die 
Geburt Christi verkündigt; die Gestalt der Sibylle ist hier 
22. nicht ohne Grossartigkeit, das Ganze aber kalt. Geringer ist 
ein Altarblatt in S. Maria della Pace zu Rom (erste Kapelle 
links), und eine Darstellung Maria im Tempel (in derselben 
Kirche), wobei die dargestellte Architektur schon das We- 
23.sentliche ist. Eine Anbetung der Könige, in der Bridge- 
water-Galerie zu London ist in den Köpfen gleichgültig und, 
nach -Peruzzi's späterer Weise, in den Trachten barock. 
Uebrigens war Peruzzi auch in architektonischer Decorations- 
24.malerei ausgezeichnet und namentlich enthielt die von ihm 
erbaute Iilarnesina in Rom schöne Beispiele dieser Kunst.- 
, weise. Doch ist davon nur noch die Decoration eines Saales 
im zweiten Geschosse vorhanden; die schönen Verzierungen 
des Aeusseren, die in grüner Farbe ausgeführt waren, sind 
verschwunden und dies anmuthvolle Gebäude, welches auf 
eine solche Wirkung berechnet war, macht gegenwärtig einen 
etwas nüchternen Eindruckjx) Dagegen ist ein trefflieher ge- 
malter Fries im Pallast Corsini (ebenda) erhalten. 
ä. 194. In ähnlicher Richtung wie Sodoma und zu ähn- 
licher Höhe der Kunst bildete sich der Veroneser Gian- 
franceseo Carotto aus (etwa 1470-1546); er ist noch 
weniger, als Sodoma, nach seinem Verdienste anerkannt wor- 
den und ausserhalb Verona sind seine Werke ungemein sel- 
ten; in Verona jedoch, in den Kirchen, sowie in der Galerie 
des Rathspallastes, hat man vollkommene Gelegenheit, den 
ß) Vergl. über 
caselle III., 384 E. 
Peruzzi 
und 
seine 
Werke 
Crowe 
und 
_Caval-
        

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