Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166449
270 
Buch III. 
Italien. 
XVI. Jahrhundert. 
Rafael. 
192. 
Roms malte Giovanni an vielen andern Orten Italiens; im 
Alter kehrte er wieder nach Udine zurück.  Beiläuüg er- 
3. wähnen wir hier ein vortreffliehes, seiner Jugendzeit zuge- 
schriebenes Bild der Akademie von Venedig, welches beweisen 
würde, dass Giovanni schon als ein ausgebildeter Künstler 
der venezianischen Schule zu Rafael kam. Es ist Christus 
zwischen den Sohriftgelehrten, vorn die vier grossen Kirchen- 
lehrer, von schöner, ruhiger Composition und tiefstem Aus-- 
druek der Betroffenheit, der Ueberzeugung und Begeisterung. 
Noch andre Schüler RaVfaePs sind Pellegrino da M0- 
dena, von welchem wenig Sicheres erhalten ist; Tommaso 
Vincidore aus Bologna (der Thomas Polonius in Dürefs 
Tagebuch), Vincenzo dwi S. Gimignano, Welcher in Ge- 
meinschaft mit einem Maler Sehizzone die Pallastfassaden in 
der Art des Polidoro verzierte; der unbedeutende J aco- 
mone di Faenza u. s. w. Der beiden Mailänder Gau- 
denzio Ferrari und Cesare da Scsto habe ich schon 
früher gedacht, ebenso der Mitschüler Rafaehs in _Perugino's 
Schule, der Alfani und des Adone Doni, welche sich 
nachmals dem Style der römischen Schule anschlossen. 
Ausserdem bildeten sich in RafaePs Schule auch einige nor- 
dische Künstler: der Niederländer Bernardin van Orley, 
und sein Schüler Michael Cocxie, wvelcher letztere zwar 
erst längere Zeit nach RafaePs Tode nach Rom kam und 
sich mehr den römischen Styl in seinen allgemeinem Typen 
aneignete; Georg Pens, ein ehemaliger Schüler Albrecht 
Dürers, der bei RafaePs Tode noch sehr jung war, und 
ebenfalls mehr als dessen mittelbarer Schüler zu betrachten 
ist. Ü. a. m. 
Schliesslich habe ich auch noch des Einflusses, den Ra- 
fael auf die Kunst der Iiupferstecherei ausgeübt, zu erwäh- 
nen. In diesem Bezuge ist besonders Marcantonio Rai- 
mondi (oder M. del Francia) aus Bologna zu erwähnen. 
Dieser war zuerst von Fr. Francia in der Niellirkunst unter- 
wiesen worden, ging dann zur Kupferstecherei über und be- 
gann mit Nachstichen des Meisters. Sodann ahmte er den 
Mantegna nach, nachher Albrecht Dürer und vervollkomxnnete
        

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