Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163960
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Buch III. 
Italien. 
Jahrhundert. 
Florenz. 
geschmückt ward (seit 1474). Auf der einen Seite dieser Ka- 
pelle wurden Geschichten des Moses, auf der andern Ge- 
schichten Christi dargestellt. Von Sandro, dem hiebei die 
Überaufsicht anvertraut war, rühren 3 Gemälde an den WVän- 
den dieser Kapelle her: Moses, der die Aegypter tödtet, die 
Rette Korah und die Versuchung Christi,  welche sowohl 
die Verdienste als die Mängel dieses Künstlers zeigen; ausser- 
dem 28 Gestalten heiliger Päpste zwischen den Fenstern. 
10. Eine lateinische Handschrift des Aristoteles de animalibus, in 
der vaticanischen Bibliothek, für Sixtus IV. geschrieben, ent- 
hält lldiniaturen, worin die Auffassung und die herrlichen 
phantastisch antikisirenden Arabesken mit Sandro's WVeise 
völlig übereinstimmen"). 
1-  134. Für einen Schüler des Sandro galt bisher Fi- 
lippino Lippi (geb. 1460, gest. 1505), der angebliche un- 
eheliche oder Adoptivsohn, vielleicht auch nur Schüler des 
vorhin erwähnten Fra Filippo Lippi. Sandrds affectreiche 
Hastigkeit, seine bisweilen manierirten Körperformen und Ge- 
wänder haben offenbar auf Filiplaino Einfluss geübt, allein 
die ungleich höhere Begabung des letztern kämpfte sich zu 
einer Freiheit und Unbefangenheit durch, welche jene An- 
klänge vergessen machen kann. Es giebt einzelne Werke 
von ltlilippino, in welchen er unbedenklich als einer der gröss- 
ten Historienmaler seines Jahrhunderts erscheint; andere da- 
gegen, bei welchen er sich wieder lässiger gehen liess, sinken 
in die Befangenlieit Sandrds (der ihn überlebte) zurück. Der 
reiche ornamentistische Schmuck, den er zillenthalben an dem 
architektonischen u. a. Beiwerk tlllbfätüllte, war die Frucht 
des Studiums römischer Alterthünier, für welche sich die 
Maler des XV. Jahrhunderts im Ganzen überhaupt mehr um 
ihrer decorativen Erscheinung willen als wegen des antiken 
Formenprincips interessirten. 
m) Ueber Sandra's Illustrationen zu einer Ausgabe der Divina 
Commedia, vergl. (Passavant, Peintre graveur, Leipzig 1860, Th. I, 
S. 130; 237 ff). Auch Novellen des Bocraz haben ihm Stoß" geliefert. 
Vergl. Vasari T. IV, 113 ff.
        

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