Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166276
Schule. 
Giulio 
Romano. 
253 
Ei-findungen tragen Wesentlich ein rafaelisches Gepräge, indem 
er, soviel es seiner Individualität möglich War, selbst auf das 
Gemüthliche, Bezugreiche seines Meisters einging. Doch war 
es unter den durch Rafael eröffneten Bahnen besonders das 
Gebiet der Antike, dem er sich nicht nur in der Wahl seiner 
Gegenstände am liebsten zuwandte, sondern dessen Formen 
und Darstellungsweise er sich auch vorzugsweise zu eigen 
machte. Aber ihm fehlte ausser der Tiefe auch die Grazie 
und die Keuschheit seines Meisters; als des letzteren Tod 
den Zügel von ihm genommen hatte, begann nach und nach 
der eigne ungestüme. Drang zu erwachen; und nachdem er 
sich später aus dem schützenden Bereiche Roms, wo der 
classische Genius ihm mahnend gegenüberstand, befreit hatte, 
zeigte er sich bald in einer Wildheit, selbst Rohheit, die nur 
noch in den allgemeinsten Bezügen der äusseren Form den 
Schüler RafaePs erkennen lässt. 
Seiner Theilnahme an den Werken RafaeYs ist im Vo- 
rigen vielfach gedacht worden. Etwa in dieselbe Zeit, in  
welcher er den Saal des Constantin im Vatioan nach RafaePs 
Zeichnungen ausführte, gehören einige zu Rom beündliche 
Frescomalereien mythischen Inhalts, die von seiner Hand 
herrühren: die Gemälde, mit denen er die von ihm erbaute 1. 
Villa Laute ausschmücktel"),  Scenen der römischen Ge- 
schichte, die sich auf den-Janiculus beziehen, in kleinen, zum 
Theil derb humoristischen Bildern;  sodann ein grosser 2. 
Friesm) in einem der oberen Säle der Farnesina (den man 
ihm wenigstens mit grösster Wahrscheinlichkeit zuschreibt), 
beides tüchtige und gediegene Werke, wenn auch sie bereits 
mehr durch Kraft und Leben, als durch Anmuth und Zart- 
heit ausgezeichnet. Auch einzelne heitere Malereien, welche 3- 
noch in der Villa Madama erhalten sind, gehören hieher.  
Bedeutender indess ist ein Altargelniilde, welches Giulio 4- 
3') Peinturcs de Za Villa Lantc de Fivwentiqn de Jules Romain 
rec. par les fräres Piranesi, dass. pur Th. Pirolz.  
M) IZ Fregio di Giulio Romano dzpünella Farnesina dzs. ed inc_ 
da B. Pinelli. Roma, 1813. 
        

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