Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166251
187. 
Villa 
Spada, 
Villa 
Olgiati. 
RafacYs 
Tod. 
251 
so werden wir mit höchster Bewunderung über die unver- 
siegliche Sehöpfungskraft dieses Meisters erfüllt, welche sich 
bei keinem andern in gleicher Höhe der Vollkommenheit zu 
erhalten vermochte; stehen ihm andre Meister in einzelnen, 
vielleicht einem grossen Theil ihrer Werke würdig zur Seite, 
so hatten sie doch gemeinhin nicht die Kraft, fortwährend in 
gleicher Vortrefflichkeit fortzuarbeiten". In dieser Beziehung 
ist Rafael unbedingt als der ausgezeichnetste der neueren 
Künstler zu bezeichnen. Und wenn auch bei ihm einzelne 
minder vollkommene Werke, einzelne Hinneigungen zu einer 
flacherenlllanier gefunden xierden, so zeigt dies eben nur, dass 
er trotz seiner Grösse das Loos aller Menschen getheilt hat. 
Rafael starb nach einem kurzen und heftigen Fieber- 
anfalle; seine zarte Constitution, welche durch die unauf- 
hörliche geistige und körperliche Thütigkeit  zur höchsten 
Reizbarkeit gestimmt sein musste, vermochte der W uth der 
Krankheit keinen Widerstand zu leisten. Unnennbar war der 
Schmerz, Welcher ganz Rom, Hohe und Niedere, den Papst 
und seinen Hof, die Freunde und Schüler des Künstlers er- 
füllte. „Ieh kann es mir nicht denken, dass ich in Bom bin", 
schrieb Graf Castiglione, „da mein "armer Rafael nicht mehr 
da ist." Man bewunderte seine Werke mit religiöser Ehr- 
furcht, als wenn sich Gott, so wie ehemals durch die Pro- 
pheten, jetzt durch Rafael habe offenbaren wollen. Die ent- 
seelten Ueberreste wurden auf einem prächtigen Katafalk, 
sein letztes! Werk, die Transfiguration über seinem Haupte, 
öffentlich ausgestellt und sodann im Pantheon beigesetzt. Sie 
ruhen unter dem Altar, welchen eine Statue der heiligen 
Jungfrau, ein Weihgeschenk RafaePs schmückt. Da sich 
 neuerdings Zweifel über die Stelle erhoben hatten, so wurden 
im Jahre 18253 Naehgrabungen im Pantheon angestellt und 
ltafaeYs Gebeine, in deutliehster Uebereinstimmung mit Va- 
sarfs Beschreibung der Beisetzung, aufgefunden; am 18. Oc- 
tober desselben Jahres wurden sie abermals unter grosser 
Feierlichkeit an derselben Stelle bestattet". 
        

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