Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166240
250 
Buch III. 
Italien. 
XVI. 
Jahrhundert. 
Rafael. 
186. 
187. 
besten Schülern ausgeführt. Von höchstem, unbefangenstem 
Reiz ist z B. die Geburt der Venus, dann Venus und Amor 
auf Delphinen dahingleitend, und Venus, die dem Amor ihre 
Wunde klagt; die übrigen sind meist von Giuliojs Erfindung. 
An der Decke sieht. ,man unter andern Amor, in schalkhaftem 
Ringkampf den Pan besiegend; sechs Amorine als Sieger, 
 in den mannigfaltigsteil heitersten Geberden, auf schwarzem 
Grunde gemalt, befinden sich unterhalb der Hauptbilder an 
5- den Wänden.  Wiederholungen der letztern, wahrscheinlich 
ohne Rafaelis Betheiligung entstanden, sind die Fresken in 
einer, in den Ruinen der ehemaligen Kaiserpalläste gelegenen 
Villa, Welche unter dem Namen der Villa Spada bekannt 
ist. (Nach ihren seitherigen Besitzern auch Villa Santini, 
6- Magnani, Mills u. s. W. genannt.)  Noch andere mytho- 
logische Fresken enthielt die sogenannte Villa Rafachs 
(auch Villa Olgiati oder. Nelli) in den Gärten der Villa 
Borghese; neuerlich sind die drei Ilauptbilder ausgesagt. und 
nach dem Pallast Borghese gebracht werden. Nach einer vor- 
trefflichen Composition RafaePs ist die Hochzeit Alexanders 
mit Roxane, wahrscheinlich von Perin dcl Vaga ausgeführt; 
dagegen ist die Hochzeit des Vertumnus mit der Pomona 
von der Eründung eines Schülers. Das dritte Bild ist die 
Nachahmung einer meisterhaften Composition Miehelangelds; 
nackte Gestalten, aus der Luft niedersausend, zielen mit höeh- 
ster Leidenschaft nach einer mit einem Schilde gegen ihre 
Pfeile geschützten Herme, indess Amor auf der Seite 
schlummert. 
"ä. 187. Ueberblicken wir noch einmal die Fülle der 
Werke der Malerei, welche Rafael geschaffen, lassen wir 
dabei nicht ausser Acht, dass er seit der Mitte des Jahres 
 1514 den Bau der Peterskirche nach eigenthümliehen Plane 
leitete und auch verschiedene andre Bauwerke auszuführen 
hatte; dass er in den spätem Jahren mit. Aufgrabung der 
altrömischen Monumente und mit dem Entwurf einer Restau- 
ration des alten Roms eifrigst beschäftigt War, dass er selbst 
nicht unterliess, Versuche in der Bildhauerkunst zu machen, 
und dass er endlich bereits in seinem 37. Jahre gestorben ist,
        

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