Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166188
244 
Buch III. 
Italien. 
XVI. Jahrhundert. 
Rafael. 
185. 
Bedürftigkeit. Die Augen sind gross, voll dunklen, lodernden 
Feuers; sie gemahnen den Beschauer wie ein Zeugniss schö- 
nerer Tage. Von diesem'Bilde sind einige Wiiederholungen 
aus der Schule Rafaells in römischen G-alerieen vorhanden. 
4.  Ein bekleidetes weibliches Portrait aus RafaeTs späterer 
Zeit, im Pallast Pitti, welches möglicher Weise dieselbe Per- 
son, aber in jugendlicherm Alter darstelltö) und zur sixtini- 
sehen Madonna als Modell gedient haben könnte, ist von 
höherm, wahrhaft bezauberndem Liebreiz und von echt. römi- 
scher Haltung; doch scheint nur der Kopf und der hell- 
damastne Aermel von RafaePs Hand zu sein.  Andre weib- 
liche Portraits, Welche den Namen der ltlornarina führen, 
übergehe ich.  
5_ Papst Julius IL, im Pallast Pitti zu Florenz, um 
1512 gemalt. Der hohe Greis in violettem Oberkleide und 
langem weissem Gewande, ist hier nachsinnend, im Lehnstuhl 
sitzend, dargestellt. Tief unter der offen vertretenden Stirn 
liegen die kleinen scharfblickenden Augen, ruhig, aber voll 
unerloschener Kraft. Die Nase ist stolz römisch, der Mund 
scharf zugekniflen, alle Züge noch in lebendiger elastischer 
Spannung; das Ganze höchst meisterhaft ausgeführt.  
6. Mehrere Wiederholungen; ein vortreffliches, aber in manchen 
Dingen minder freies Exemplar in den Üffizien zeigt den Papst 
in rothem Kleide. Eine gute Copie im Museum von Berlin, 
eine andere in Leight Court. 
7, Papst Leo X., mit den Cardinälen Medici und de, 
Rossi, in der Galerie Pitti zu Florenz, um 1518 gemalt. Der 
Papst sitzt gemächlich am Tische, das aufgeschlzigene Brevier 
vor ihm; die Cardinäle hinterwärts zu beiden Seiten. Ausser- 
ordentliche Charakteristik. der drei verschiedenen Köpfe, täu- 
schende Naturwahrheit in den Nebendingen und meisterliche 
Sicherheit in Beherrschung des allgemeinen Tones sind die 
wesentlichen Vorzüge dieses Bildes, welches für alle Bildniss- 
k) Womit indess Passavanfs Vermuthumg nicht übereinstimmen 
würdq, dass das barberinisclme Bild, welches die Fornarina älter dar- 
stellt, schon um 1509 gemalt sei.
        

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