Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1166000
226 
Buch III. 
Italien. 
XVI. 
Jahrhundert. 
Rafael. 
182. 
 Eine alte Wiederholung, doch mit Wesentlichen Abwei- 
chungen, befand sich beim Cav. Camuccini zu Rom. 
  Madonna des Herzogs von Alba, früher im Be- 
sitz des Ilerrn W. G. Coesvelt zu London, jetzt in der Ere- 
mitage zu St. Petersburg. Maria, ganze Figur, in einer hei- 
teren Landschaft sitzend, das Kind auf ihrem Schoosse. Sie 
hält ein Bueh in der Hand, worin sie so eben gelesen hat. 
Der kleine Johannes kniet vor seinem göttlichen Gespielen 
und überreicht ihm in kindlicher Anmuth ein Kreuz, welches 
dieser umfasst, indem er den Ueberbringer mit unaussprech- 
licher Liebe anbliekt. Maria richtet ihre Blicke mit tiefem, 
ernstem Ausdrucke auf das bedeutungsreiche Spiel der Kin- 
der. E-s ist ein Bild von wunderbarer Schönheit, aufs Treff- 
liehste und Zarteste von des _Meisters eigner Hand ausgeführt 
und sehr wohl erhalten. 
3. La vierge au diadfäme, auch la vierge au linge 
genannt, im Louvre. Maria, eine Krone tragend, sitzt in 
knieender Stellung, und hebt den Schleier von dem schlafen- 
den Kinde, um es dem in freudiger Verehrung knieenden 
kleinen Johannes zu zeigen; im Hintergrunde eine reiche 
 Landschaft. Die Ausführung gehört sicher nicht ganz Rafael 
an, scheint übrigens, wie so viele Bilder des Louvre, durch 
schwere Misshandlung getrübt. Aehnliche Compositionen in 
mehr oder minder. freier Nachahmung desselben Momentes 
kommen mehrfach vorm). 
4. Maria mit dem Kinde in der Sammlung des Dich- 
ters Sam. Rogers zu London. (Aus der Galerie Orleans stam- 
mend.) Maria, halbe Figur voll jungfräulichen Adels, hinter 
einem Gesimse, darauf das Christkind steht, indem es sich 
lächelnd an sie schmiegt und ihren Hals umfasst. Das Bild 
ist gegenwärtig ganz verwaschen, in technischer Beziehung 
wegen der nunmehr hervorgetretenen klaren und etwas röth- 
lichen Untermalung merkwürdig. (Gemalt 1512.) 
5. Maria mit dem Kinde in der dem'Lord Francis 
Kind schläft , 
u, dgl. 
'34) Darstellungen dieser Art, wo das 
ggmein auch Silentiumz, Vierge au Silence, 
heissen 
ins-
        

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