Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165998
182. 
Madonnen 
frühem 
der 
römischen 
Zeit. 
225 
darüber hin: Maria ist nicht nur die liebevolle Mutter, sie 
erscheint zugleich fast immer in zarter jungfräulicher Schüch- 
ternheit und doch als die Gebenedeite, die den Herrn ge- 
boren hat; der Christusknabe ist nicht nur ein heiteres un- 
befangenes Kind, ein ahnungsvoller Ernst drückt sich zugleich 
in seinen Zügen aus, der seinen künftigen hohen Beruf vor- 
deutet. Die mannigfachen Darstellungen dieses Gegenstandes 
lassen übrigens, wie sie den verschiedensten Wechsel in der 
Zahl, in Stellung und Gruppirung der dargestellten Personen 
enthalten, bald eine mehr naive, bald eine tiefere Auffassung 
vorherrschen und gewähren so die interessantesten VergleiÄ 
chungspunkte. Nicht alle jedoch sind von RafaePs eigner 
Hand durchgeführt; manche sind wohl nur nach seinem Ent- 
wurfe und in seinem Atelier gemalt und nur die letzte Voll- 
endung sein Eigenthum; manche auch, die seinen Namen 
führen, sind nur Werke seiner Schule, die im Geiste des 
Meisters zu arbeiten strebte.  
Unter 
diesen 
Vverken 
zeichnen 
sich 
vornehmlich 
die- 
jenigen aus, welche den früheren Jahren von Rafaels Aufent- 
halt in Rom angehören. Dies sind, wie sich bei seiner stren- 
geren Beschäftigung in dieser Zeit schon an sich voraussetzen 
lässt, einfache Compositionen von nicht sonderlich bedeuten- 
dem Format; in der Ausführung jedoch von unendlicher Liebe 
zeugend und mehr oder minder noch einen Nachklang jener 
früheren Innigkeit aufbewahrend. Namentlich sind hier die 
folgenden Gemälde anzuführen.  
Madonna aus dem Hause Aldobrandini (zu 1. 
Rom), aus dem Besitz der Familie Garvagh zu London 1866 
für 9000 Pfd. St. in die dortige Nationalgalerie übergegangen. 
Maria sitzt auf einer Bank, indem sie sich liebend zu dem 
kleinen Johannes neigt und mit der linken Hand seinen 
Rücken umfasst. Johannes reicht freudig nach einer Nelke 
Q111POY, die ihm das Christkind, auf dem Schoosse der Mutter 
Sltzend, anrnuthvoll darbietet. Hinter der Maria der Pfeiler 
6111er Arcade, zu dessen Seiten Aussicht. in die Landschaft, 
Das Ganze bildet. eine Gruppe von der höchsten Lieblichkeit 
und Zartheit Das Bild ist im Wesentlichen W0l1l erhalten. 
liuglei- Malerei II. 15
        

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