Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165852
Vatican. 
Die 
Logen. 
211 
Baukunst, Plastik und Malerei gewährt kein Ort in Rom 
einen so vollkommenen Begriff wie dieser von dem ausgebil- 
deten Geschmack und Schönheitssinn des Zeitalters Leo's X_ 
Die Wände, welche die innerhalb der Logen liegenden 
Fenster umgeben, sind mit gemalten Blumen- und Frucht- 
gewinden von ausgezeichneter Schönheit und zarter Styli- 
sirung geschmückt. Die übrigen Malereien, welche die Wände 
abwechselnd mit Stuccatilren schmücken, bestehen in Thieren 
von mancherlei Art, grösstentheils aber in sogenannten Ara- 
besken oder Grottesken. Die lieblichsten Spiele und Scherze 
der Phantasie leiten hier das Auge des Beschauers in an- 
muthigem WVechsel von einem Gegenstande zum andern; es 
ist die Verkörperung einer märchenhaften Poesie, welche 
scheinbar Fremdartiges zu eigenthümlichem und überraschen- 
dem Leben zu verbinden Weiss.  Die Stuccaturen bestehen 
aus mannichfaltigen architektonischen Verzierungen und einer 
fast. unzähligen Menge Reliefs von kleinen Büsten und ein- 
zelnen Figuren und Gruppen, welche grösstentheils mytho- 
logische Gegenstände  Leo X. war der eifrigste Freund 
und Beförderer des classischen Alterthums  vorstellen und 
eine geistvolle Nachahmung des antiken Styles, im einzelnen 
auch vorhandener Denkmäler, zeigen. 
Ein im Fache der dekorirenden Kunst vorzüglich aus- 
gezeichneter Schüler Rafaells, Giovanni da Udine war es, 
welcher hier die Ausführung dieser Stuccaturen und der ge- 
malten Zierrathen in's Werk zu richten hatte; in den Male- 
reien der Figuren leistete ihm vornehmlich Perin del Vaga 
Beihülfe. Mannigfach wurde diese WVeise der Dekoration 
nachmals von verschiedenen Schülern RafaePs an andern 
Orten nachgeahmt, auch von neueren Künstlern wieder zur 
Anwendung gebracht,  während jene noch unübertroffenen 
Orlginale, minder durch die Einwirkungen der Zeit, als durch 
barbarische Rohheit und Muthwillen der Menschen, im höch- 
Stell Grade verdorben sind und gegenwärtig nur noch einen 
ißhwachßn Schatten ihrer einstigen Schönheit erkennen 
assen.  
Besser 
erhalten 
sind 
im 
Ganzen 
Malereien 
14 a" 
die 
der
        

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