Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165833
176. 
Vatican. 
Sala 
di 
Costantino. 
209 
bei Rom. Griulio Romano nebst seinen Schülern führte das- 
selbe genau nach der Zeichnung RafaePs (mit einigen minder _ 
bedeutenden Auslassungen) aus, so dass wir dessen Compo- 
sition vollständig als Rafaefs Werk,  und zwar als eine 
seiner bedeutendsten Compositionen f), betrachten dürfen. Der 
gewählte Bloment ist die Entscheidung des Sieges; die Be- 
siegten sind zum Ufer der Tiber hingedrängt. Der Kaiser 
in der Mitte, an der Spitze seines Heeres, über niedergewor- 
fene Feinde hinsprengend, Victorien über seinem Haupte 
schwebend. Er erhebt. den Speer gegen Maxentius, der ver- 
zweifelt. Imit den Fluthen des Wassers ringt. Tiefer zur 
Rechten in's Bild hinein ist der letzte Kampf am Ufer und 
gegen diejenigen, Welche auf Kähnen Rettung suchen. Noch 
tiefer erblickt man IFIiehende, die über die Brücke verfolgt 
werden. Auf der linken Seite wüthet noch der Kampf; in 
mehreren Gruppen zeichnet sich hier der leidenschaftliche 
Ungestüm der Sieger und die verzweifelte Gegenwehr der 
Letzten, die ihnen Widerstand halten. Das wilde Chaos der 
Gestalten ordnet sich solcher Weise übersichtlich in einzelne 
Gruppen und die verschiedenen Momente leiten dasAuge 
gleiehmässig auf den hervorstrahlenden Mittelpunkt hin. 
Kampf, Sieg und Untergang bilden ein Ganzesvon trefflicher 
dramatischer Entwickelung, und wie das Ganze, wenn das 
Auge den Reichthum der Figuren übersehen gelernt hat, den 
grossartigsten Eindruck auf den Geist des Beschauers hervor- 
bringt, so nicht minder die Energie und Lebenstüchtigkeit 
der einzelnen Gestalten, die mannigfach geistreiche Weise, 
wie sie im Einzelnen zu dem tragischen Gewebe zusammen- 
geiiochten sind. Vielen späteren Künstlern- hat dieses Werk 
zum Vorbilde ähnlicher Darstellungen gedient, aber keiner 
hat die Poesie desselben erreicht.  Die Ausführung des 
Bildes ist kühn und tüchtig, zwar hart und scharf, wie es die 
Eigenthümliehkeitdes Giulio Romano ist, was aber hier dem 
WÜdbevVe-gteli Ganzen keinen zu grossen Abbruch thut. 
grosse Aehnlich- 
14' 
w) Sie 113-13, besonders in "der Figur des Maxentius, 
keit m1t 6111er Darstellung an der 'l'rajanssäul_e. 
Kugler Malerei II. 
        

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