Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165825
.208 
Buch III. 
Italien. 
XVI. Jahrhundert. 
Rafael. 
3) Der Schwur Leo's III., durch den er sich von 
den Verbrechen reinigte, wegen deren ihn seine Gegner vor 
Karl dem Grossen angeklagt hatten (sofern er nämlich als 
Papst durch kein irdisches Gericht zu belangen War). 
4) Die Krönung Karls des Grossen durch Leo III. 
(Die weltliche Macht als Ausfluss der geistlichen.) Dies Ge- 
mälde enthält eine grosse Fülle der lebensvollsten Por- 
traitköpfe, in denen sich des Meisters eigne Hand zu erken- 
nen giebt. 
Sala 
Costantino. 
Die Hauptgemälde dieses grossen, mit Hacher Decke ver- 
sehenen Saales sind! als aufgehängte Teppiche angeordnet, 
zwischen denen die Gestalten heiliger Päpste und allegorische 
weibliche Figuren angebracht sind. Sie enthalten Scenen aus 
dem Leben des Kaisers Constantin und stellen ihn als den 
Kämpfer der Kirche und als den Begründer ihrer weltlichen 
Macht dar. 
Ausgeführt wurden diese Arbeiten erst nach RafaePs 
Tode, nach seinen Zeichnungen und unter Leitung des Giulio 
Romano. Rafael soll die Absicht gehabt haben, die Werke 
dieses Saales mit Oelfarben auszuführen (wobei er die Ar- 
beiten seiner Schüler leichter und besser retouchiren konnte 
als bei der Ausführung al fresco), und so sind auch zwei der 
hier vorhandenen allegorischen Gestalten, die Justitia und 
Comitas, wirklich in Oel gemalt. Diese scheinen noch bei 
seinen Lebzeiten als Probe begonnen, und später, vermuthlich 
"nach seinen Cartons, ausgeführt worden zu sein; Wenigstens 
lassen sie, vornehmlich in den Köpfen, noch den eigenthüm- 
liehen Adel RafaePs erkennen. (Zu den andern allegorischen 
.und päpstlichen Gestalten scheinen keine Vorbilder des Mei- 
sters benutzt worden zu sein.) Später indess wandte man 
sich, zur Ausführung der übrigen Gemälde, wieder zu der 
für Wandbilder passenderen Frescornalerei zurück. 
Das PIauptwerk dieses Saales ist die Schlacht des 
Constantin mit dem Maxentius bei der milvischen Brücke
        

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