Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165656
Bildgisäe d. Horent. Zeit. 
Berufung nach Rom. 
191 
und kalte Brustbilder. Diese beiden Bilder, lange verschollen, 
traten erst kürzlich wieder an's Licht; bis dahin hatte ein 
treffliehes und jedenfalls Rafaelis würdiges Frauenportrait in 22. 
der Tribune der Uffizien zu Florenz den Namen der M ad- 
dalena Doni geführt.  Die Brustbilder zweier Mönche23- 
in der Sammlung der florentinisehen Akademie: zwei Proül- 
köpfe, die äusserst schön, tüchtig, streng und voll Gefühl ge- 
malt sind.  Das Portrait eines jungen Mannes aus dem 24.. 
Hause Riccio, jetzt in der Münchner Pinakothek (577), gilt 
ebenfalls für RafaePs Werk, und zwar, der mehr perugines- 
ken Darstellungsweise wegen, für ein dem frühern florentini- 
sehen Aufenthalt angehörendes. Den Hintergrund bildet hier  
eine architektonische Perspeetive. 
Die 
Stanzen 
des 
Vaticans 
Rom. 
ä- 175- Etwa in der Mitte des Jahres 1508, in seinem 
25. Lebensjahre, ward Rafael an den bHof des Papstes Ju- 
lius II. nach Rom berufen, um die Prunkgemächer der päpst- 
lichen Wohnung im Vatiean mit den Arbeiten seiner Hand 
auszuschxnücken. [n diesen Gemächer]: und Sälen war durch 
frühere Meister Manches begonnen worden, was jetzt, um 
dem grösseren Künstler freien Raum zu schaffen, wiederum 
vernichtet wurde. Nur einiges Wenige von den Arbeiten des 
Sodorna (von dem ich später sprechen werde), und des Peru- 
gino blieb erhalten. Mit diesen Arbeiten beginnt RafaePs 
dritte Entwickelungsperiode, diejenige, in welcher er sich zur 
höchsten Vollendung emporschwang. Grossartige Aufgaben, 
wie sie ihm früher nicht zu Theil geworden, machten ihn 
jetzt seiner Kräfte vollständig bewusst; die Nähe Michel- 
angelds, der gleichzeitig die Malereien in der sixtinieehßn 
KaPeue begann, reizte ihn zum edelsten Wetteifer; die Welt 
des klassischen Alterthums, die in Rom offener denn irgendwo 
zu Tage lag, gab seinem Sinne die erhabenste Richtung.  
Die ausgedehnten und mannigfaltigen Werke, mit denen 
Rafael in Rom beschäftigt wurde, nöthigten ihn zugleieh, eine
        

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