Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165585
184 
Buch III. 
Italien. 
XVI. Jahrhundert. 
Rafael. 
174. 
6. Nun folgt ein Frescogemälde von nicht unbedeutender 
Dimension, in der Lünette einer Kapelle im Kloster S. Se- 
vero zu Perugi a. In der Mitte ist hier Christus, über ihm 
die Taube des heil. Geistes, zu seinen Seiten zwei Jünglings- 
engel dargestellt; über dieser Gruppe Gott-Vater mit zwei 
Engelknaben (doch ist dieser Theil des Bildes sehr beschä- 
Idigt); auf jeder Seite der Mittelgruppe, etwas tiefer, drei 
sitzende Heilige. Es ist eine ungemein grossartigeCompo- 
sition, die, wie sie auf der einen Seite an das verdorbene 
Frescobild Fra Bartolommeois in S. Maria Nuova zu Florenz 
"und ältere Beispiele erinnert, so zugleich auch als das Vor- 
bild zu der Glorie in RafaePs berühmter Disputa im Vatican 
betrachtet werden muss. Die Heiligen sind höchst würdig, 
Christus sehr schön und mild, und die Engel, wenigstens der 
zur Linken des Erlösers, der die Hände vor der Brust faltet, 
überaus hold und anmuthvoll. Die Gewandung ist, wenn 
auch noch streng, so doch sehr trefflich, in grossen Linien 
und Massen, ausgeführt. Leider hat das Bild, auch mit Aus- 
nahme der obersten verdorbenen Grruppe, mannigfach gelitten, 
Unter demselben befindet sich eine Nische und zu den Sei- 
ten derselben je drei Heilige, welche nach RafaePs Tode im 
Jahre 1521 von Perugino gemalt sind und den überlebenden 
Meister in betrübender Schwäche zeigen.  
ä. 175. Nach Vollendung dieser Arbeiten scheint Rafael 
unverzüglich nach Florenz zurückgekehrt zu sein, woselbst 
er sich, mit Ausnahme einiger Besuche in Bologna, Urbino 
und Perugia, bis in die Mitte des Jahres 1508 aufhielt. Die 
früheren Gemälde, welche Rafael in diesen Jahren seines Auf- 
enthaltes zu Florenz ausgeführt hat, bewahren, wie zu erwar-T 
ten steht, in Auffassung und Darstellung ebenfalls noch 
manche Nachklänge der peruginischen Schule; die späteren 
entsprechen im Wesentlichen der allgemeinen Richtung der- 
 F lorentiner dieser Zeit. 
1, Zu jenen gehört, als eins der frühsten (1506) die bei- 
lige'Familie mit der Fächerpalme, im Besitz desI 
Lord Francis Egerton zu London (in der sog. Bridgewater- 
Galerie). Es ist ein Rundbild: 'Maria sitzt unter einer
        

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