Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165492
Jugendwerke 
Peruginds Art. 
in 
175 
Rafaelis liegt, sich jedoch überall in seiner reinen und klaren 
Auffassungsweise ankündigt und eben das Jugendliche als ein 
solches, als ein für höhere Entwickelung Fähiges, bezeichnet, 
 dieser ist es, der seinen Werken, Welche der in Rede 
stehenden Periode angehören, ihren eigenthümlich hohen Werth 
verleiht.  Unter diesen Werken mögen hier einige, deren 
Aechtheit mit ziemlicher Sicherheit begründet ist, angeführt 
werden. Zuerst einige Madonnenbilder. Zwei derselben 9_ 
befinden sich im Museum zu Berlin. In dem einen (um 1504) 
gemalt) ist die Madonna in einem Buche lesend dargestellt, 
und das Kind, Welches einen Stieglitz in der Hand hält, auf 
ihrem Schoosse. Die Haltung der Mutter ist hier sehr schlicht 
und einfach; ihr Gesicht bildet ein schönes, reines Oval und  
trägt den Ausdruck stillen Friedens, jedoch nicht ohne eine  
gewisse innere Befangenheit. Das Kind ist nicht schön, die 
Formen sind noch ungeschickt, die Haltung pretiösx).  Be- 
deutender ist das andre (vielleicht um zwei Jahre jüngere) 10.. 
Bild, WO zu den Seiten der heil. Jungfrau die Köpfe der Hei- 
ligen Franciscus und Hieronymus sichtbar werden. Das Ge- 
sicht der Maria, die sich liebevoll zum Kinde wendet, ist hier 
in denselben Formen, ebenso zart und mild, zugleich aber 
mit dem vollen Ausdrucke des tiefsten und innigsten Gefüh- 
les und ohne alle Befangenheit. Auch das Kind ist schon 
besser gezeichnet wie das vorige. Sehr trefflich, voll milder 
Frömmigkeit, sind die Köpfe der beiden Heiligen. Das Bild 
hat eine schöne sinnreiche Gesammtanordnung und ist ausser- 
ordentlich weich und warm gemalt.  Diesem verwandt, nur11. 
wiederum mannigfach vollendeter, ist ein kleines Rundbildchen 
der Madonna im Hause Connestabile zu Perugia (um 1503). 
Maria, halbe Figur, steht in einer Landschaft und liest, wo- 
bei das Kind auf ihren Armen ebenfalls mit in das Buch 
i) Zwischen diese beiden Bilder hinein verlegt Passavant (II, 14) 
die kleinen Bilder "verschiedener AItarstaEeIn-z eine Taufe, Christi und 
eine Auferstehung in der Münchner Pinakothek; eine Anbetung der 
Könige auf Schloss Christiansburg bei Kopenhagen; das Opfer Kailtfs" 
und AbePs beim Kunsthändler Emerson in London, u. a. m.
        

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