Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165365
162 
Buch III. 
Italien. 
XVI. Jahrhundert. 
Florenz. 
170. 
Zu den frühesten Werken des Andrea gehören einige 
1, der Fresken, welche er im Vorhofe der Compagnia dello 
Scalzo zu Florenz ausgeführt hatx). Die sämmtlichen an 
diesem Qrte vorhandenen Nlalereien sind grau in grau ge- 
malt und stellen, mit Ausnahme einiger allegorischen Figuren, 
die Geschichte des Täufers Johannes dar. Die ersten Dar- 
stellungen, welche Andrea hier malte, sind: die Taufe Christi, 
die Predigt J ohannis und die Taufe des Volkes durch J 0- 
hannes; diese verbinden mit der trockenen und eckigen Manier 
der ältern Schule bereits eine erfreuliche und richtige Zeich- 
nung, sowie eine würdige Charakteristik. Die andren Bilder, 
welche Andrea in diesem Hofe gemalt hat, gehören in die 
spätere entwickelte Zeit des Künstlers und sind von ungleichem 
Werthe; sehr vorzüglich jedoch ist die zuletzt gemalte Dar- 
stellung der Geburt Johannis, eine einfache, effektreiche Com- 
position mit ungemein schönen Gestalten. Die Malereien 
haben zwar sehr gelitten , doch sind sie noch immer ziemlich 
(leutlich zu erkennen.  Der Ruf, welchen die Ausführung 
jener erstgenannten Fresken hervorbrachte, War Veranlassung, 
dass dem Andrea eine andre ähnliche Arbeit im Vorhofe der 
2, Kirche S. Annunziata zu Florenz aufgetragen ward. Hier 
War bereits durch Alessio Baldovinetti eine Geburt Christi 
begonnen, durch Cosimo Rossclli ein andres Bild gemalt 
worden. Andrea begann zunächst mit der Geschichte des 
heiligen Philippus Benizzi, welche er in fünf grossen und 
farbigen Bildern ausführte. Diese Darstellungen gehören zu 
dem Schönsten, was Andrea geleistet hat; sie sind ungemein 
einfach, im Einzelnen selbst noch strenge gemalt, aber mit 
 einer eigen schlichten Würde, welche man sehr selten in 
seinen übrigen Werken wiederfindet; eigenthümlich sind diesen 
Bildern auch die schönen landschaftlichen Gründe. In Hin- 
sieht auf Composition, auf lebendiges Interesse an der vor- 
gehenden Handlung ist das vierte Bild besonders ausgezeich- 
net, welches den Tod des heil. Philippus und die Auf-- 
erweckung eines Knaben darstellt; in Hinsicht auf Harmonie. 
di Andrea 
w) Pitture a fresco 
del 
Sarto. 
Firenze 
1823.
        

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