Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165101
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Buch III. 
Italien. 
Jahrhundert. 
XVI. 
Leonardo. 
164- 
mit denen der mailandischen nicht eigentlich organisch ver- 
25- binden. Zu jenen gehört ein jugendlicher Christuskopf in 
der Arnbrosiana zu Mailand, von höchst zartem und naivem 
26. Ausdrucke, schön und einfach gemalt. Ebenso eine schöne 
Taufe Christi im Hause des Duca Scotti zu Mailand, ein 
treffliches Bild mit. einer reichen, sehr ausführlichen Land- 
schaft. (Letztere ist von der Hand des Landschaftsmalers 
Bernazzano, welcher in ähnlicher Weise öfters gemein- 
zlschaftlich mit Cesare malte). Die Galerie Manfrini zu Ve- 
nedig besitzt  von ihm zwei Madonnen, welche den beiden 
verschiedenen Richtungen smgchören und in dieser Rücksicht 
ZS-intcressante Vergleichungspunkte darbieten. Eine grosse 
Altartafel, welche die Bladonna Init S. Rochus u. a. Heiligen 
darstellt und bereits rafaelische Reminiscenzen erkennen lässt, 
29. beündet sich beim Duca Melzi in Nlailand; andere Bilder im 
30.Belvedere zu Wien, u. s. f. Eins der grössten Bilder aus 
Cesards späterer Zeit ist eine flgurenrciche Anbetung der 
Könige im borbonischen Museum von Neapel. Hier ist die 
Madonna mit dem Kinde noch ganz in der Weise des Leo- 
nardo, Anderes ganz in der des Rafael gehalten, die Compo- 
sition aber ist. bei liebevollster und im Einzelnen sehr schöner 
Durchführung doch überladen und zeigt bereits jene manie- 
ristische Ausartung, die bald bei RafaePs Schülern einriss. 
:s1. Gaudenzio Vinci aus Novaraü). Altargemälde zu 
3') Schon-n, im Tiibinger Kunstblatt 1823, S. 2.  Mir ist leider 
kein Bild des Gaudenzio aus eigner Anschauung bekannt; doch möchte 
es hier wohl am Orte sein, auf ein vorzügliches Gemälde aufmerksam 
zu machen, welches diesem Meister vielleicht angehören könnte. Es 
befindet sich im Palast Manfrini zu Venedig, dort als Perugino 
(früher, wie es scheint, als Bernardino Luini) benannt und mit der 
Jahrzahl 1500 bezeichnet. Es stellt die Fusswaschung Christi 
dar und hat eine schöne feierliche Anordnung; die Apostel stehen ein- 
fach nebeneinander; vorn, zur Linken, sitzt Petrus über dem Wasch- 
becken, zur Rechten kniet Christus, hinter ihm Johannes mit dem 
Handtuch. Der Faltenwurf ist zum Theil peruginesk, zum Theil mit 
Motiven der älteren venetianischcn Schule; in den Köpfen wechseln 
die Motive der umbrisclien, der venetianischen Schule und der des 
Leonardo (oder vielmehr des B. Luini); ',ein jugendlicher Kopf nament- 
lich ist ganz in der anmuthvollen Weise des Luini gemalt
        

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