Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165078
164. 
M ailändische 
Schüler : 
Luini, 
Oggione 
etc. 
183 
bildes) und eine Kapelle von ihm ausgemalt sind. Hier sieht 
man die schönsten Gestalten weiblicher Heiligen, die wür- 
digsten Christusköpfe, die reizendsten Engelknaben darge- 
stellt; Alles, von der braun in braun gemalten Brüstung über 
dem ldlussboden an bis zum Gewölbe ist hier mit den herr- 
lichsten Fresken bedeckt und das Auge kann sich an dem 
verschwenderischen Reichthum dieser Phantasie nicht satt 
sehen. Auch andre Mailändische Kirchen haben einzelnell. 
Fresken von Luini aufzuweisen, wie sich z. B. ein schönes 
Altarbild in S. Maria del Carmine (in einer verlassenen Ka- 
pelle), ein anderes in S. Giorgio al Palazzo befindet. U. s. w. 12. 
 Noch bedeutender sind seine zahlreichen Frescobilder im 13. 
Franziskanerkloster degli Angeli zu Lugano, um das Jahr 
1529 gemalt, welche wiederum den grössten, unerschöpflich- 
sten Reichthum einer höchst liebenswürdigen Phantasie (larj 
thun. An der Hinterwand über dem Choreingang sieht man 
eine grosse Kreuzigung Christi von etwa 140 Figuren, 
worunter die Gruppe um die wie eine Leiche hinsinkende 
Maria, die schöne Gestalt des gläubigen Hauptmanns, die 
den Mantel zertheilenden Soldaten, die ekstatisch knieende 
hrlagdalena sich vorzüglich auszeichnen; die höchste Höhe 
erreicht der Maler in der Gestalt des Johannes, dessen Ge- 
berde und Ausdruck lauter edle Begeisterung und Vertrauen 
ist. Einzelne Figuren von entsprechendem Werth sind an 
verschiedenen Pfeilern und Mauern der Kirche noch erhalten; 
eine überaus anmuthvolle Madonna in einer Lünette über der 
Thür des Refektoriums; in demselben ein Abendmahl, wel- 
ches mit dem des LeonardoA viele Aehnlichkeit hat, aber 
nicht als eine Copie desselben (vielleicht auch nicht als 
Luini's Arbeit) zu betrachten ist. Nicht minder ausgezeich-u. 
net sind die Fresken, welche Luini in der Kirche zu Sa- 
ronno um das Jahr 1530"?) ausführte und wo er in einer 
Reihefolge von Gemälden das Leben der heil. Jungfrau dar- 
stellte. Bei der tiefsten Inniglzeit des Gemüthes entfaltet 
sich hier das Leben in heiterster Pracht; vorzüglich reich in 
Ueber das Jahr 
Rumohr, Drei Reisen 
V1 
etc. 
309.
        

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