Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165037
163. 
Pier 
di 
Cosimo, 
Lorenzo 
Oredi 
etc. 
129 
buhler in seiner früheren fiorentinischen Zeit, Pier di C0- 
simo, Schüler des oben genannten Cosimo Rosselli. Es zeigt 
sich in den Ilauptbildern dieses Künstlers allerdings ein ge- 
wisses Bestreben, in technischen Beziehungen sich mit Leo- 
nardo zu messen, was namentlich im Helldunkel hie und da 
glückliche Erfolge gehabt hat; aber es fehlt. dem Piero fast 
(lurchwcg jener innere Adel, der das grösste Verdienst in 
Leonardois Werken ist. Hauptbilder desiPier di Cosimo be- 
finden sich namentlich zu Florenz; ein Altarbild im Findel- 1. 
hause (agli innoeenti)  jetzt. in der kleinen Galerie dieser 
Anstalt aufbewahrt, und ein andres in der Galerie der Uffi- 
zien; eine Krönung lilariä im Louvre. Uelarigens wird die- 2- 
Ser Künstler als ein seltsamer, düsteren Phantasieen hin- 
gegebener Mensch geschildert und ein eigen phantastischer 
Zug ist häufig auch seinen Werken eigen, besonders den 
kleineren Tafeln, welche die Geschichte des Perseus dar- 
stellen und sich ebenfalls in der Galerie der Üfiizien befin- 3. 
den. Sehr ausgezeichnet. sind insgemein die eigenthümlichen 
landschaftlichen Gründe seiner Gemälde.  Den genannten 4. 
Bildern ist noch das treifliche Gemälde von Piero im Ber- 
liner Museum zuzuzählen, Welches eine liegende Venus, mit 
Amor scherzend, und im Hintergrunde den schlafenden Mars 
darstellt; auch durch dies Bild geht derselbe phantastische 
Zug, der aber hier mit einer zarten, im Einzelnen selbst 
reizvollen Durchführung verbünden istf). 
Sodann ist Lorenzo di Credi (geb. 1459, st. nach 
1536) zu nennen, der gleichzeitig mit Leonardo die Schule 
des Andrea Verocchio besuchte, jedoch weniger der Weise 
des Meisters, als dem Mitschüler folgte. Er hat Bilder des 
letzteren aufs Glücklichste copirt; in eigenen Darstellungen 
hielt er sich gewöhnlich in dem engen Kreise schlichter und  
stiller Madonnenbilder und heiliger lilamilien, die er auf ein- 
fach anmuthige Weise, zuweilen auch mit Anklängen an die 
Weise des Perugino, in klarer, lichter Färbung und dabei in 
i) Ueber ein bisher unbeschriebenes 
vgl. Crowe u. Cavalcaselle III, 422- 
Kugler Malerei I1. 
Bild 
(Madonnaj 
9 
des 
Piero
        

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