Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1165016
Spätere 
Werke, 
127 
lastes Aldobrandini zu Rom neuerdings in die National- 
Galerie von London versetzt worden Christus erschgint 
hier als ein Jüngling von grosser Schönheit, Milde und Tiefe 
des Ausdruckes; eben so sind auch die Köpfe der Schrift.- 
gelehrten voller Leben und Charakter. Von diesem Bilde 
kommen wiederum mehrere alte Copieen vor; eine der schön- 
sten im Palast Spada zu Rom.   
Ein Jünglingsbildniss von wunderbarem Liebreiz, einen I2. 
Pfeil in der Hand, einen kranzartigen Schmuck mit kleinem 
Reiherbusch" um das reichwallendeiLockenhaar, durch den 
Heiligenschein und die lilienartigen Stickereien des blauen 
Mantels vielleicht als St. LudWigH) bezeichnet, früher angeb- 
lich in der Galerie Estense, dann der Familie Diotallevi zu 
Rimini (im December 1850 durch den römischen Kunsthand- 
ler Leop. Fabri bei Rocca in Berlin ausgestellt, lDeutsch. 
Kunstbl. 185l,'S. 6), hat unlängst der Graf Sergey Stroganoii 
in St. Petersburg erworben. Wenige dem Leonardo zuge- 
schriebene Werke haben darauf, nach Waageds Urtheil, so 
überzeugenden Anspruch, als dieses, überdiess vortrefflich er- 
haltene Bild, von dem eine, wiewohl schwächere Wiederho- 
lung (vielleicht von Boltrafiids Hand) sich beim Herzog von 
Devonshire in England befindet. IPast zweifellos bewahrt es 
uns die Züge jenes Lieblingsschülers Antonio Salaino, dessen 
Schönheit im Allgemeinen und dessen prachtvolles Haar ins 
Besondere (nach Vasari) der Meister so hoch gehalten, und 
schon die Behandlung dieses Haares allein würde die Aecht- 
heit beweisen. 
Im Jahre 1516 ward Leonardo an den Hof des Königs 
Franz 1. nach Iüankreieh berufen. Es ist ungewiss, ob die 
Compositionen einiger im Louvre befindlichen (vergeblichen) 13,. 
Gemälde Leonardtfs erst in diese, oder vielleicht, wie die 
schon erwähnten, ih eine frühere Zeit fallen. Dahin gehört 
 Passavant, a. a. O. S. 13.  Fumagalli, a. a. O.  
Waagen, England 1., s. m. 
H) Der Pfeil (sonst u. a. Attribut der heil. Ursula) scheint gleich- 
wohl auf eine andere Persönlichkeit zu deuten. v. B1.
        

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