Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164977
161. 
162. 
Die 
Gartens 
in 
Florenz. 
123 
fast an Caricatur grenzenden Sorgfalt der Ausführung und 
des Ausdruckes der Freude; zur Linken Zacharias   Eine 16. 
ähnliche Composition ist. in der Galerie der Eremitage zu 
Petersburgfdoch fehlt hier der kleine Johannes und an der 
Stelle des Zacharias erblickt man die Gestalt der heil. Ka- 
tharina. Das letztere Bild entstand erst 1513, bei dem spä- 
tern Aufenthalt Leonardos in Rom.   
ä. 162. Nach der Eroberung Mailands im Jahre 1499 
begab sich Leonardo nach seiner Vaterstadt Florenz zurück 
und hielt sich dort eine Reihe von Jahren auf. In diese Zeit 
fallen wiederum einige bedeutende Werke des Meisters. Das 
erste von diesen, unmittelbar nach Leonardols Ankunft ge- 
arbeitet, ist ein Carton der heil. Familie (der Carton der heil. 1. 
Anna genannt), Welcher, als er öffentlich ausgestellt wurde, 
ganz Florenz zur Bewunderung hinriss. Maria hält das Kind 
auf dem Schoosse, welches sich gegen den kleinen Johannes 
wendet; die neben ihr sitzende heil. Anna schaut voll Selig- 
keit die Maria an und deutet mit einem Finger nach oben, 
um den himmlischen Ursprung des Christuskindes anzudcuten. 
Hier ist die Anmuth des Knaben, der holde Ernst. der Gross- 
mutter, vor allem aber die süsse Bescheidenheit und Demuth 
in dem Kopfe der Maria bewunderungswürdig ausgedrückt. 
Der Uriginalcarton, äusserst sauber in schwarzer Kreide aus-  
geführt, befindet sich wohlcrhalten in der königl. Akademie 
von London.  Schulbilder nach dieser oderleiner andern, 2, 
ähnlichen Composition sind mehrfach vorhanden, das Vorzüg- 
lichste, Welches gewöhnlich, obwohl mit Unrecht, Leonardo 
selbst zugeschrieben wird, im Louvre zu Parism). Hier sitzt 
die heil. Jungfrau auf dem Schoosse der heil. Anna, ein 
scherzhaftes und bei einer heiligen Scene auf den ersten An- 
blick befremdliches Motiv, welches die Sinnesweise Leonar- 
do's etwa mit derjenigen Correggids innerlich verwandt er- 
ü) Passavant, Kunstreise. S. 111.  Gest. von Forster 1835. 
(Bei Fumagalli wird ein Exemplar dieser Composition, in der Mai- 
länder Brera, dem Cesare da. Sesto zugeschrieben.) 
Hi) Nächstdem ein andres in St. Petersburg, vielleicht beide von 
der Hand des Falzfino.
        

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