Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164897
161. 
Früheste 
Werke. 
115 
Galerieen seinen Namen führt, ist spätere Nachahmung oder  
Arbeit seiner Schüler"). Am meisten Anspruch auf Echtheit 3. 
haben nächst einer Madonna in der Galerie Borghese zu Rom 
(welche 1846 daselbst nicht mehr zu finden war, neben der 
Hauptügtir eine Wassertlasche mit Blumen) zwei in Florenz 
befindliche Porträts, das eines Jünglinge in den Uffizien, und 4. 
das der Ginevra Benci im Palast Pitti, ein durchaus an- 5. 
spruchloses aber geistvoll aufgefasstes Bild von grösster Be- 
stimmtheit und Reinheit der Zeichnung und Modellirung. 
Um das Jahr 1480 Ward Leonardo nach Mailand, an den Ä 
Hof des damaligen Regenten und späteren Herzogs dieser 
Stadt, des Lodovieo Sforza, il moro, berufen. Dieser Fürst 
war eifrigst iür die Pflege der WVissenschaft und Kunst in 
seinem, obschon nur durch Üsurpation errungenen Staate be- 
müht, indem er dabei seinem eigenen Hange gewiss eben so 
sehr _als dem Beispiel anderer italienischer Herren folgte.  
Gelehrte, Dichter und Künstler wurden in seine Niihebe- 
schieden, Leonardo zunächst, wie Vasari berichtet, als Mu- 
siker und Improvisator. Bald wurde ihm die Stiftung einer 
eigenen grossen Kunstakademie, des ersten Instituts der Art, 
anvertraut; für dasselbe, für den Unterricht, den er hier an- 
zuordnen hatte, scheinen besonders seine Schriften über die 
Kunst verfasst  die zahlreichen Schüler, die er in Mailand 
gebildet und von denen ich später sprechen werde, bewähren 
seine segensreiche Wirksamkeit in diesem Institute. 
Von den Unternehmungen, die Leonardo im Auftrage 
des Lodovieo Sforza ausführte, betrachten wir hier nur die- 
jenigen, welche sich auf bildende Kunst beziehen. Vor allem 
ausgezeichnet sind zwei derselben, welche ihn die grösste Zeit 
seines Aufenthalts in Mailand (bis 1499) nebeneinander be- 
"l Eine Madonna, die seit Kurzem (1865) unter des Leonardo Na- 
men im Berliner Museum aufgestellt ist, würde, im Fall der Echtheit, 
den Ruhm des Meisters wenig zu erhöhen geschickt sein. v) B. 
f") Trattato dclla pittura. Eine Vgrossc Menge von Ausgaben, 
D16 erste zu Paris 1651, mit dem Leben Leonardds von Rafael Du- 
fljffneä die vorzüglichste zu Rom 1817 (Gugl. Manzi). Mehrere fran- 
Zßßlßche und deutsche Ucbersetzungen.  
        

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