Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159901
Mosaiken. 
Ravenna. 
Apollin are nuovo. 
vor der Wohnung Abrahams. Mehrmals ist der landschaft- 
liche "Grund auffallender Weise sehr hoch genommen und 
besteht dann aus steilen, grünbewachsenen Felsenstufen; ein 
offenbarer Versuch, noch einmal in die äussere Wirklichkeit 
einzudringen.  Von den Mosaiken der Kuppel und der 
übrigen Thgile der Kirche ist leider nichts mehr erhalten. 
ä. 16. Das zunächst folgende Denkmal, die (höchst 
Wahrscheinlich) grossentheils 553 _-566 ausgeführten Mosaiken 
von San Apollinare nuovo, der vormaligen Hofbasiliea 
des grossen Theodor-ich, ist wiederum einzig in seiner Art, 
obgleich die wichtigsten Theile, Nische und Triumphbogen, 
erneuert sind. Die Obermauern des Nlittelschiffes prangen 
nämlich hier noch mit ihrem ganzen, überreichen Mosaik- 
schmuck von den Bogen aufwärts bis zur Decke. Zwei ge- 
waltige Friese zunächst. über den Bogen enthalten lange Fest- 
Züge auf Goldgrund, die uns in dieser letzten Zcit antiker 
Kunst seltsam an jenen Panathenäenzug des athenischen 
Parthenon erinnern. Rechts sind es die Märtyrer und Be- 
kenner; sie schreiten feierlich hervor aus der Stadt Ravenna, 
welche hier durch eine prachtvolle Nachbildung des ostgo- 
thischen Königspallastes mit seinen untern und obern Bogen- 
hallen, mit Eckthürlnen und Kuppeln angedeutet ist. Durch 
die Izlauptpforte schaut glänzender Goldgrund heraus als 
Symbol der Herrschermacht; an den Wänden sieht man 
Siegesgöttinnen in bunter Gewandung; weisse, reich mit 
Blumen und Fransen besetzte Vorhänge zieren die untern. 
Hallen. In langsamer, übrigens gut ausgedrückter Bewegung 
rückt der Zug vorwärts, eine Allee von Palmen entlang, 
welche die einzelnen Gestalten trennen. Alle tragen helle. 
Gewänder und in den Händen Kronen; ihre Gesichtszüge 
gleichen sich durchgängig und sind (im Gegensatze z. B. zu 
den individuell durchgeführten Apostelbildern im altern Bap- 
tisterium und noch in S. Vitale) auf wenige, allerdings noch 
ziemlich naturwahre, lebendige Linien Iedücirt; die AUS-- 
führung ist sorgfältig, auch in den ldlarbenübergängen. Am 
Ende des Zuges, als dessen Ziel, sieht man Christus auf dem 
Throne zwischen den vier Erzengeln, edle, gemessene Ge-
        

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