Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159869
Mosaiken. 
Ravenna. 
San Vitale. 
75 
then, dass die Künstler Oströmer und nicht. Abendländer ge- 
wesen seien. i") 
Von zweifelhaftem Alter sind die Mosaiken in S. Maria 2. 
in Cosmedin, dem Baptisteritim der Arianer, dessen De- 
eoration jedoch fast zuverlässig erst der Zeit der orthodoxen 
byzantinischen Herrschaft, vermuthlieh der Mitte des Jahr- 
hunderts angehört. WYVir sehen eine freie Nachahmung der 
Kuppelmosaiken des altern Baptisteriums der Orthodoxen; 
um ein Rundbild mit. der Taufe Christi herum sind wie dort 
die zwölf Apostel, Kronen in den Händen tragend, im Kreise 
angeordnet, nur dass ihre Reihe gegen Osten hin durch einen 
goldenen Thron mit einem Kreuze unterbrochen ist. Sie 
schreiten nicht mehr, sondern stehen ruhig da, aber noeh 
ohne Starrheit; ihre Köpfe sind etwas gleichförmiger gebildet 
als dort; in den Gewändern aber zeigen sich schon starre 
Linien, unniotivirte Brüche und Falten und ein Zusammen- 
rüeken des Schattens wie des Lichtes auf eine scharfe Stelle. 
Das Sinken des dekorativen Sinnes zeigt sieh ausser der un- 
angenehmen Unterbrechung der Reihe durch den Thron, auch 
darin, dass an die Stelle jener zierlichen Akanthuspflanzen 
zwischen den einzelnen Gestalten schwere Palmen getreten 
sind. In dem Rundbilde ist der nackte Christus etwas steifer, 
Johannes ganz wie im Baptisterium der Orthodoxen gebildet; 
dagegen ist. hier der Jordan als eine dritte Hauptperson dar- 
gestellt, mit nacktem Oberleibe und grünem Untergewande, 
Locken und Bart lang und weiss, auf dem Haupte zwei 
rothe, mondförmige Hörnchen, in der Hand ein Schilfrohr, 
"neben sich einen Krug. Am wenigsten hat sich die Zeich- 
nung und Modellirung des Fleisches geändert, während die 
Gesamintausführung etwas roher und die Motive theilweise 
unfreier geworden sind.  
'39) Didron (manuel cficonoga-aphie chrätienaze, Paris 1845, Ein], 
S. 46) in seiner byzantinischen Begeisterung führt zwar auch die M0- 
saiken von S. Vitale auf die Byzantiner, und zwar speciell auf die 
Schule des Berges Athos zurück, begründet aber diese höchst gewagte 
Ansieht mit keinem Worte.
        

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