Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159843
Mosaiken. 
Cosma e Damiano in Rom. 
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sehon etwas ältlich, doch von byzantinische? Stßflfheit 110011 
weit entfernt; Petrus hat schon die Glatze, Paulus (las kurze 
braune Haar und den dunkeln Bart, der ihn später kenntlich 
macht. Dass sie vorwärts, und nicht gegen Chrißfllm blicken, 
ist in ihrer besondern persönlichen Geltung als Heilige der 
Kirche, als Fürbitter begründet, deren ganzes Antlitz der an- 
dächtige Beschauer zu sehen wünschen musste. Unter dieser 
Hauptdarstellung sieht man auf Goldgrund das Lamm über 
einem Hügel mit den vier Paradiesesüüssen, und zu beiden 
Seiten die 12 Schafe, mit vielem Natursinn und ohne die 
heraldische, conventionelle Willkür ausgeführt, welche den 
Thierfiguren des spütern Mittelalters anhängt.  Das Ganze 
ist mit einer Sorgfalt gearbeitet, welche sich Abstufungen 
von 5, 6 Tönen nicht verdriessen lässt, um eine möglichst. 
Weiche Schattirung zu erhalten. 
Trotz der hohen Vortrefflichkeit dieses Werkes können 4- 
wir doch grade hier deutlich ahnen, nach Welchen Seiten hin 
die Ausartung und Verarmung sich zuerst. offenbarte. Vor 
Allem handelt es sich hier und in den folgenden Denkmälern 
um sehr wenig oder gar nicht bewegte Situationen. Die 
lebendige historische Composition im höhern Sinne hat mit 
den Mosaiken von Santa hrIaria Maggiore ihr letztes schon 
sehr mangelhaftes Denkmal hingestellt, und mit Ausnahme 
weniger, sich beständig wicderholender biblischer Szenen 
haben wir es fortan nur mit den ruhigen Glorienbildern der, 
Hauptnischen und mit beinahe eben so regungslosen Gere- 
monienbildern zu thun. Auch die geringe schreitende Bewe- 
gung, welche anfangs noch den Schein organischen Lebens 
über die Gestalten verbreitet, hört im siebenten Jahrhundert 
auf; es beginnt die absolute statuarische Ruhe, und bald weiss 
der Künstler gar nicht mehr, nach welchen Gesetzen der 
Körper sich bewegt und wie er in der Bewegung aussieht. 
Nicht minder bezeichnend für eine tief im Abendroth stehende 
Kunst ist das zunehmende Altern der heiligen Gestalten, 
Welche z. B, im SS, Cosrna e Damiano schon als betagte 
Fünfziger erscheinen (mit Ausnahme Christi, der hier noch 
im reifen Mannesalter gebildet ist). Dass die christliche Ma-
        

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