Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159751
64 
Buch 
Christl. Alterthum. 
Spätrömischer Styl. 
als Andeutung der Zukunft des Herrn, die der Nische end- 
lich als die Darstellung seiner Glorie, seiner ewigen Herr- 
lichkeit betrachten, obschon man damit im einzelnen Falle 
nicht immer durchkommen wird, indem besonders die Nische 
meist eben nur die Beziehung Christi zu den Namensheiligen 
und Stiftern der betreffenden Kirche darstellt. Von den 
Passionsdarstellungen, welche im Mittelalter den Hauptaltar 
einnahmen, ist hier noch keine Spur, weil sie der Kunst noch 
nicht zusagten, und weil man überhaupt nicht sowohl eine. 
epische Darstellung der Geschichte Christi, als einen möglichst 
vielseitigen Ausdruck der Idee der Kirche suchte. (Desshalb 
die Märtyrer, die Heiligen, die apokalyptischen Sinnbilder, 
die Aeltesten, die Lämmer, und am Ende in der Elauptnische 
selbst die Gründer der betreffenden Kirche.) Die Symme- 
trie, welche hier überall zu Tage tritt und seitdem der 
religiösen Kunst bis an's Ende des Mittelalters treu geblieben 
ist, dürfen wir desshalb noch nicht als ein christliches Kunst- 
princip geltend machen, da sie der monumentalen, mit 
der Architektur verbündeten Malerei von selbst zu allen Zei- 
ten anhing. Allerdings haben aber die heiligen Zahlen der 
biblischen Geschichte: 3, 4, 12, 24 u. s. w., und später der 
Parallelismus alttestamentlicher und neutestamentlicher Dar- 
stellungen viel zu ihrer Ausbildung beigetragen. 
s. 11. Das älteste uns bekannte Mosaikwerk des fünf- 
ten Jahrh, die innere Dekoration des Baptisteritims 
beim Dom von Ravenna, ist in Betreff der Figuren wie 
der Verzierung eins der allervorzüglichsten in seiner Art. 
Das Gebäude ist achtseitig und wölbt sich oben rund zu 
einer Kuppel zusammen. Eine doppelte Bogenstellung be- 
kleidet die Wände; in den Füllungen der untern sind 
zwischen herrlichen Goldarabesken auf blauem Grunde acht 
Propheten dargestellt, welche in der ganzen Atitfassung, vor- 
züglich in den Gewandmotiven sich von spätern antiken 
Werken nicht unterscheiden; bei einer kecken und flüchtigen 
Ausführung ist die Schattirung noch ziemlich vollständig 
durchgeführt. Die obere Ordnung hat zwischen reichem 
architektonischem Schmuck statt der Mosaiken Stuccoreliefs
        

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