Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159743
Anordnung 
der 
Mosaiken 
im 
Raum . 
dessen Seiten die Apgstel oder die Heiligen und Stifter der 
betreffenden Kirche ihren Platz fanden; später tritt neben 
oder statt Christus auch Maria auf. Ueber der Hauptfigur 
erscheint gewöhnlich eine Hand aus Wolken, die eine Krone 
hält: ein Sinnbild der Allmacht des Vaters, dessen Darstel- 
lung in Menschengestalt man damals nicht mehr wagen 
mochte, nachdenl noch die eonstantinische Zeit an Sarko- 
phagen wenigstens den Weltschöpfer abgebildet hatte.  
Darunter, auf einem schmalen Streifen, steht das Lamm der 
Qffenbarung mit zwölf andern Schafen, Welche zu beiden Sei- 
ten aus den Thoren von Jerusalem und Bethlehem heran- 
schreiten; ein Symbol der zwölf Jünger, oder auch der Gläu- 
bigen überhaupt.  Ueber und zu den Seiten des Bogens, 
Welcher die Nische schliesst, sieht man in der Regel verschie- 
dene, aus der Alaokalypsc entnommene Darstellungen, die auf 
die Zukunft des Herrn hindeuten: in der Mitte häufig das 
Lamm oder das Buch mit den sieben Siegeln auf dem Throne, 
daneben die Symbole der Evangelisten, die sieben Leuchter, 
die vierundzwanzig Aeltcsten, welche ihre Arme anbetend zu 
dem Lamme emporstrecken.  Bei den grössern Basiliken, 
wo ein Querschiff vor jener Altarnische angeordnet ist, wird 
dasselbe durch einen grossen Bogen (Triumphbogen genannt) 
von dem lllittelschiffe getrennt; in diesem Falle befanden sich 
jene apokalyptischen Darstellungen insgemein, wie es scheint, 
an dem Triumphbogen.  Ausserdem blieben die Ober- 
mauern des Mittelschiffes und die Bogenfüllungen über dessen 
Säulen in grössern und prachtvollern Basiliken gewiss selten 
ohne Schmuck, allein es sind uns nur so wenige Beispiele 
davon erhalten, dass wir nicht leicht einen durchschnittlichen 
Schluss ziehen können, nämlich blos eine Reihe alttestament- 
licher Scenen, ein doppelter Festzug von Heiligen und Mar- 
tyrern, Reihen von Porträtköpfen der Päpste, und in den 
Bogenfüllungen eine Menge altchristlicher Symbole.  Wenn 4_ 
in dieser Anordnung ein innerer Fortschritt, eine Steigerung 
beabsichtigt war, so mag man die Mosaiken des Mittelschiffes 
als einen Ausdruck der kämpfenden Kirche oder als Inbegriff 
der Verheissung, die des Triumphbogens oder Nisehenbogens
        

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