Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159731
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Buch 
Christl. 
Alterthum. 
Spätrömischer 
Styl. 
das durch die Kaiser und durch fromme Vermächtnisse über- 
aus reich dotirte Bisthum mehr und mehr zum Centrum der 
Hierarchie; in Ravenna residirten die letzten Mitglieder des 
theodosisehen Kaiserhauses, dann mehrere ostgothische Könige, 
und neben und nach ihnen ein orthodoxer Erzbischof, dessen 
Macht und Würde dem Papstthilm lange Zeit nicht viel nach- 
stand. Die Malerei tritt hier wieder in einen innigen Bund 
mit der Architektur und lässt sieh von dieser nicht bloss in 
der äussern Anordnung, sondern auch im Gedanken mannig- 
fach bestimmen. In den meist runden oder vieleckigen Bap- 
tisterien (d. h. Taufkapellen), wo der Schmuck hauptsächlich 
der Kuppel galt, ergab sich als Hauptbild von selbst die 
Taufe Christi, um welche etwa die Gestalten der Apostel 
einen äussern Kreis bilden. In den Wenigen grössern Kup- 
pelkirchen mit Ümgängen sind die Mosaiken meist nicht mehr 
vorhanden, doch dürfen wir auf eine gewiss grossartig ausge- 
2. dachte Gesammtcomposition schliessen. Dazu berechtigt uns 
die Anordnung der Mosaiken in den noch einigermaassen 
vollständig vorhandenen Basiliken. Diese im Abendland 
vorherrschend gewordene Bauform  ein Langgebäude von 
drei oder fünf Schiffen, durch Säulenreihen getrennt, das 
Mittelschiff höher als die übrigen, schliessend mit einer oder 
drei Nischen an der Hinterwand, vor welchen sich hie und 
da ein Querschif hindurehzieht  bot für die lNIalerei eine 
Abstufung von Flächen dar, ivvelche je nach ihrer Beziehung 
und örtlichen Nähe zum Altar (dieser stand zunächst vor der 
Nische des MittelschifFs) etwa folgende, in vielen Fällen wie- 
derkehrende malerische Ausschmüokung erhielten. 
3. Der Hauptnische hinter dem Altar blieb, als dem feier-i 
lichsten Theile des Ganzen, in der Regel die kolossale Ge- 
stalt des stehenden oder thronenden Christus aufbehalten, zu 
willkiihrlich ungenau, dass auf den Styl nirgends zu schliessen ist.) 
J oh. Georg Müller: die bildlichen Darstellungen im Sanctuarium 
der christlichen Kirchen vom 5. bis 14. Jahrh. Trier 1835.  A, F. v. Q uast: 
die altchristl. Bauwerke von Ravenna, Berlin 1842.  (Dr. E. Braun 
giebt gegenwärtig die Mosaiken von Rom in trefilichen Abbildungen 
heraus.)
        

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