Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159713
60 
Buch 
Christl. 
Alterthum  
Spätrömischer 
Styl. 
bieterisch verlangte Deutlichkeit des Ganzen, haben auf die 
gesammte Kunst seit Constantin einen maassgebenden Ein- 
fluss geübt. 
4. Nicht als ob der Styl, auf Welchen das Mosaik mit Noth- 
Wendigkeit allmälig hindräiingt, gleich mit der Anwendung 
desselben an Wänden und Gewölben christlicher Kirchen auch 
in seiner Vollendung vorhanden gewesen Wäre! Die ältesten 
christlichen Mosaiken, zugleich die einzigen, welche wir aus 
dem IV. Jahrhundert kennen, am Tonnengewölbe des Um- 
ganges von Santa Costanza bei Romä), gehören noch 
wesentlich der Ornamentik des Alterthums an und ihre Ge- 
nien zwischen Weinranken auf weissem Grunde stehen pa- 
rallel mit jener ähnlichen Darstellung in den Katakomben des 
5. h, Calixtusm"). Aber auch die historische Mosaikmalerei ver- 
suchte sich noch im fünften Jahrhundert auf Pfaden, die sie 
bald darauf für immer verlassen hat. Abgesehen von den 
sich anfänglich häußgcr zeigenden altchristlichcn Symbolen 
und alttestamentlichen Vorbildern, welche später sehr zurück- 
traten, wagt sie sich damals noch auf das Gebiet bewegter 
historischer Composition, und erst allmälig verengert sich der 
Kreis ihrer Darstellungen auf einige wenige, die Anordnung 
(lerselben auf die strengste Symmetrie, die Auflhsstingsweise 
der einzelnen Gestalten aber auf das ruhig Statuarische. Da 
es indess hier Wesentlich auf die Uebergänge im Styl an- 
kommt, so Werden wir chronologisch verfahren und die Ver- 
änderungen in den Gegenständen beiläufig andeuten. Die 
glücklicher WVeise meist feststehenden Daten erleichtern diese 
6. Anordnung.  Dass wir hier wie in der spätern heidnischen 
1') Erbaut entweder unter Constantin als Baptisterium der benach- 
barten Kirche S. Agnese, oder bald nach ihm, als Grabkalaelle seiner 
beiden Töchter (so Platner). Die aus dem Inhalt der Mosaiken ent- 
nommene Annahme eines Bacchustempels ist jetzt aufgegeben. 
H) Wenn man aus einem so vereinzelten Denkmal einen allgemei- 
nen Schluss ziehen dürfte, so möchten diese fast rein ornamcntistischen 
Mosaiken von Santa Constanza es wahrscheinlich machen, dass die 
frühern römischen Deckenmosaiken, von welchen Plinius spricht, mehr 
nur decorativer Natur gewesen seien, wo sie überhaupt vorkamen.
        

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